Luchse im Pfälzerwald fühlen sich heimisch

Rosa und Jara haben Junge, Kaja wohl auch

Mindestens drei Junge haben im Juni die Luchsinnen Rosa und Jara im Pfälzerwald zur Welt gebracht, auch Jara war wieder schwanger. Die aus den slowakischen Karpaten und den Schweizer Alpen umgesiedelten Tiere fühlen sich heimisch.

Ein junger Kuder - Mutter Rosas ganzer Stolz. Foto: SNU RLP
Ein junger Kuder - Mutter Rosas ganzer Stolz. Foto: SNU RLP

Der Wurf von Rosa wurde unlängst vom Luchs-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz  in einer schmalen Fels-höhle entdeckt. Dort befanden sich mindestens zwei Luchsjunge. Aufgrund der schlechten Zugäng-lichkeit des Verstecks konnte nur ein Luchsjunges der kurzen Routine-Kon-trolle unterzogen werden. Es handelte sich um einen kleinen männlichen Luchs, Kuder genannt, mit einem Gewicht von knapp einem Kilogramm.

Die genetische Untersuchung der Speichelprobe wird Aufschluss über die Vaterschaft geben. In Frage kommen insbesondere der etwa im selben Gebiet ansässige Luchskuder Lucky oder der angrenzend etablierte Kuder Cyril.

Auch Jara hat einen Kuder geboren

Die Daten des Sendehalsbands der Luchsin Jara, die im April im Pfälzerwald

ausgewildert worden war und sich am Haardt-Rand zwischen Bad Dürkheim und Neustadt aufhält, signalisierten ab Ende Mai ein stark eingeschränktes Bewegungsmuster, das auf eine Geburt schließen lässt. Gut versteckt in einem Haufen von Schlagabraum fand sich tatsächlich ein wohlgenährtes, ebenfalls männliches Jungtier.

Kara zum zweiten Mal mit dickem Bauch

Den Mitarbeiter der Stiftung liegen auch bei Kaja Hinweise vor, die auf Nachwuchs schließen lassen. Die Luchsin, deren GPS-Halsband erwartungsgemäß seit letztem Jahr nicht mehr sendet, war mit Hilfe von Fotofallen der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft im Frühjahr zunächst mit und dann ohne runden Bauch dokumentiert worden. 

Längst abgenabelt und auf eigenen Pfoten im Pfälzerwald unterwegs: Filou und Palu, die Söhne Kajas und Luckys. Foto: SNU PLP/Alexander Sommer
Längst abgenabelt und auf eigenen Pfoten im Pfälzerwald unterwegs: Filou und Palu, die Söhne Kajas und Luckys. Foto: SNU PLP/Alexander Sommer

Sie hatte 2017 bereits Filou und Palu im Biosphären-Reservat Pfälzer-wald/Nordvogesen
zur Welt gebracht (siehe unser Blog). Die beiden Kuder haben sich mittler-weile aus ihrer Kin-derstube verab-schiedet, von ihrer Mutter Kaja abgesetzt und erschließen sich selbst ihre neuen Reviere.

Denn etwa zehn Monate bleiben die kleinen Luchse bei ihrer Mutter.

Ab etwa August werden Luchsjunge zunehmend mobiler und fangen an, ihrer Mutter durch ihr Streifgebiet zu folgen. Möglicherweise können die Jungtiere später auf den Streifzügen entdeckt werden. Trotz aller Fürsorge der Mutter ist dies eine schwierige Zeit für die kleinen Luchse. Nur etwa 50 % der Luchsjungen erreichen das zweite Lebensjahr.

Für den Menschen gleich welchen Alters stellen die scheuen Luchse bei einer Begegnung im Wald übrigens keine Gefahr dar.

"Großer Gewinn für die Artenvielfalt"

„Es ist ein großer Gewinn für die Artenvielfalt im Land, dass auch im zweiten Jahr nach Freilassung der ersten Luchse im Biosphärenreservat Pfälzerwald erfolgreich junge Luchse nachgewiesen werden“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken.

Das Projekt musste freilich auch schon Rückschläge hinnehmen. Eines der elf ausgewilderten Tiere wurde von einem Zug überfahren; eine andere Luchsin musste mit einer unheilbar gebrochenen Vorderpfote eingeschläfert werden. 

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