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Wrano und Alfi erkunden jetzt den Pfälzerwald

Zwei Waisen suchen ihr neues Zuhause

Zwei junge Luchskuder entdecken den Pfälzerwald als neues Revier. Damit sind nun insgesamt 13 Luchse im UNESCO-Biosphärenreservat freigelassen worden. 

Einige davon haben in der neuen  Heimat bereits für Nachwuchs gesorgt. Mindestens sechs Jungtiere sind 2017 und 2018 nachgewiesen worden, die im Pfälzerwald geboren sind.

Luchs Pfälzerwald
Da lässt er sich nicht zweimal bitten - Wrano bei seiner Freisetzung im Pfälzerwald. Typisch: Die Pinselohren und der Stummelschwanz mit schwarzer Spitze. Fotos: SNU

Wrano und Alfi, so die Namen der bei-den jetzt ausgewilderten Luchs-Männ-chen, sind als als Waisen von einem Zoo in der Slowakei aufgepäppelt und für das Wiederansiedlungsprojekt der Stiftung Natur und Umwelt (SNU) Rheinland-Pfalz freigegeben worden.

Die beiden sind nicht Geschwister, son-dern stammen aus unterschiedlichen Würfen.

Mit Hilfe der batteriebetriebenen GPS-Sendehalsbänder werden sich die Re-viererkundungen und Streifzüge der jugendlichen Waisenknaben voraussichtlich ein Jahr lang verfolgen lassen. Sie leben gerne als Einzelgänger und dulden in ihrem Revier keine männlichen Nebenbuhler oder Mitfresser. Es wird also interessant werden, wie sich Alfi und Wrano mit den anderen bereits ausgewilderten Kudern ihr neues Heimatrevier aufteilen.

Den Kontakt zu ihren Artgenossinnen suchen sie nur zur Ranzzeit im März - man findet sich dann durch den Paarungsruf, ein oft heiseres, mal bellendes, mal fast klagendes Miauen. Alfi und Wrano sollten bis dahin auch geschlechtsreif sein.

Defektes Sendehalsband: Alfi musste sich noch zwei Tage gedulden

Luchs Pfälzer Wald
Behutsames Vorantasten im neuen Revier: Alfi wurde in den Abendstunden freigelassen.

Alfi, der stolze 16 Kilogramm auf die Waage bringt, musste übrigens zwei Tage länger auf seine Auswilderung warten. Denn zunächst musste der defekte Sender an seinem Halsband austauscht werden. Wie Wrano wurde Alfi bei Waldleinigen in die freie Wildbahn entlassen.

Das Wiederansiedlungsprojekt wird von der Slowakei mit insgesamt 10 Luchsen unterstützt. Bereits sieben Tiere konnten dank der wertvollen Hilfe der slowakischen Behörden und Institutionen im Pfälzerwald freigelassen werden. Weitere Luchse stammen aus der Schweiz.

Das Projekt wird auch finanziert mit Mitteln aus dem europäischen Finanzierungsinstrument LIFE, mit dem Aktionen zum Schutz bedrohter Lebensräume und Arten innerhalb des NATURA 2000-Netzes finanziert werden.

Vor Ort unterstützen die Aktion zur Wiederansiedlung der "Pinselohren" Firmen, Stiftungen und auch Privatpersonen.


In unserem Blog haben wir schon mehrfach über die erfolgreiche Wiederansiedlung des Luchs' im UNESCO-Biosphärenreservat Nordvogesen/ Pfälzerwald berichtet. Die Erfolgsgeschichte(n) finden Sie in unserem Blog-Thema Natur & Umwelt

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