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Mit dem Kuckucksbähnel mitten in den Pfälzerwald

Mehr Dampf mit "Sissi"

Seit Oktober 2018 bringt die Dampflok Nr. 93-1378, von Eisenbahnern "Sissi" genannt, das Kuckucksbähnel in Fahrt. Sie ist mehr als ein Ersatz für die alte Dampflok "Speyerbach", denn "Sissi" bringt die doppelte Leistung auf die Schiene.

"Sissi", Dampflok Nr. 93-1378, fuhr auch schon auf der Kandertalbahn.
"Sissi", Dampflok Nr. 93-1378, fuhr auch schon auf der Kandertalbahn.

Damit sind die beliebten Aus-flugsfahrten des historischen Zu-ges ins Elmstei-ner Tal sonntags von April bis Mit-te Oktober gesi-chert, denn die "Speyerbach"-Lok, bisher die Zugmaschine auf dem Kuckuckucksbähnel, muss sich einer größeren Reparatur unterziehen. Auch mit der schweren Last der meist restlos ausgebuchten Nikolausfahrten Ende November/Anfang Dezember hat "Sissi" weniger Probleme.

Sie hat 90 Jahre auf dem Dampfrohr. 1928 in Österreich gebaut, war "Sissi" lange im Wiener Wald unterwegs. Dann führte ihr Weg zu Museumsbahn-Vereinen in Baden-Württemberg (Sauschwänzle-Bahn und Kandertalbahn), bevor sie Mitte September in Neustadt ein neues Zuhause fand. 

Kurvenreiche Schienenstrecke über Brücken und durch eine enge Schlucht

Das Kuckucksbähnel, beliebter Nostalgiezug ins Elmsteiner Tal. Fotos: Eisenbahnmuseum Neustadt
Das Kuckucksbähnel, beliebter Nostalgiezug ins Elmsteiner Tal. Fotos: Eisenbahnmuseum Neustadt

So spektakulär heute ein Ausflug mit der Museumsbahn ist, so wenig spekta-kulär ist die Geschichte der knapp 13 Kilometer langen Bahnlinie von Lamb-recht nach Elmstein mitten im Pfäl-zerwald. Sie führt durch idyllisch-ro-mantische  Landschaft, wo der Kuckuck ruft. Vorbei an etlichen kleineren Hal-tepunkten (auf der Hinfahrt immer 5-Minuten-Foto-Stopp in Erfenstein) und über Brücken, schlängelt sich  der hi-storische Dampfzug durch S-Kurven vorbei an Burgen und müht sich unter Volldampf kurz vor der Endstation auf 1,4%iger Steigung durch eine enge Schlucht.

Im Januar 1909 nach jahrzehntelangem Ringen eröffnet, diente die Nebenbahn mit Drehschemel-, Rungen- und Hochbordwagen ursprünglich vor allem dem Holz- und Gütertransport. Der Personenverkehr aus dem dünn besiedelten Elmsteiner Tal

zu den Fabriken im Neustadter Tal hatte stets nur untergeordnete Bedeutung und wurde unter Dampf 1954 eingestellt. Die "Holzklasse" wurde durch die komfortab-leren Schienenbusse ersetzt, die die Strecke bis 1960 bedienten. 17 Jahre später wurde auch der Güterverkehr aufgegeben.

Nostalgiereise in die Natur des Pfälzerwalds

Mächtig unter Dampf zieht die "Speyerbach" den Museumszug  vor Elmstein durch eine enge Schlucht.
Mächtig unter Dampf zieht die "Speyerbach" den Museumszug vor Elmstein durch eine enge Schlucht.

Nach verschiedenen Anläufen in den 1970er- und frühen 80er-Jahren star-tete  - nach der Gründung der Kuckucks-bähnel-Bahnbetriebs-GmbH und des För-dervereins Kuckucksbähnel - am 2. Juni 1984 der erste Museumszug unter Dampf. Seitdem ist eine Nostalgierei-se mit der Museumsbahn ein beliebter Ausflug nicht nur für Eisenbahnfreunde, sondern auch fester Programmpunkt vieler Pfalz-Besucher. Sie schätzen insbesondere die Natur des Elmsteiner Tals, das viele Möglichkeiten zum Wan-dern, Radeln und Rasten bietet (einen Überblick mit Wander- und Einkehrtipps verschafft die vom Trägerverein heraus-gegebene, ausgesprochen informative
Broschüre mit Streckenkarte).

Umgekehrt profitieren die Talbewohner von einem überschaubaren, nachhaltigen Tourismus vornehmlich an Sonn- und Feiertagen. 

Auch einen Besuch wert: Das Eisenbahnmuseum Neustadt

Die Loks wie die originalgetreu restaurierten Länderbahnwagen der Holzklasse aus einst königlich-württembergischen und badischen Staatsbahn-Beständen sowie von der schweizerischen Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn werden im Eisenbahn-museum der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) in einem historischen Lokschuppen in Neustadt erhalten und gepflegt. Das Museum selbst ist einen eigenen Besuch wert und begeistert große und kleine Eisenbahnfreunde mit einer illustren Sammlung des Rollmaterials vergangener Tage sowie mit einer Modellbahn der Spur 0 von imposanter Ausdehnung.


Regelfahrtage des Kuckucksbähnels

Von April bis Oktober verkehren auf der Strecke sonn- und feiertags zwei Zugpaare. Die erste Fahrt am Tag startet in Neustadt, wo die letzte Fahrt von Elmstein auch endet. Die anderen beiden Fahrten beginnen bzw. enden in Lambrecht. Den aktuellen Fahrplan und nützliche Hinweise zur Organisation Ihrer Reise in die Vergangenheit finden Sie hier.

Die Fahrt zwischen von Neustadt bis Lambrecht dauert knapp 20 Minuten, von Lambrecht nach Elmstein geht's in etwa einer Stunde.

Die erste Fahrt ab Neustadt ist erfahrungsgemäß recht gut besucht. Reservierungen sind nur für Gruppen ab 16 Personen möglich. Wenn es für Sie möglich ist, können Sie auch nachmittags mit dem Museumszug ab Lambrecht um fahren. Bei dieser Fahrt sowie auch bei der Rückfahrt sind immer genug Plätze vorhanden. Auf der S-Bahn-Strecke Neustadt - Lambrecht gelten die Fahrscheine des Kuckucksbähnels.   

Sonderfahrten: Rollende Weinprobe und Nikolausfahrten

Darüber hinaus finden Sonderfahrten wie die "Rollende Weinprobe" im Sommer oder Nikolausfahrten in der Vorweihnachtszeit statt. Voranmeldung ist in jedem Fall erforderlich. Beide Angebote sind meist frühzeitig ausgebucht.

Fahrradmitnahme und Verpflegung

Das Kuckucksbähnel kann Fahrräder (keine Tandems oder Dreiräder), unbesetzte Kinderwagen und Rollstühle (keine Elektro-Rollstühle, weil zu schwer zum Verladen) im gedeckten Güterwagen transportieren. Ein barrierefreier Zugang in den Zug mit einem Rollstuhl ist leider nicht möglich.

Der Zug führt einen Proviantwagen, die "fahrende Museumsschänke", mit, der die Fahrgäste mit Getränken und Snacks sowie Kaffee und Kuchen versorgt. 

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