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Die Pfalz schneidet bei den Weinprämierungen 2018 wieder mit Bravour ab

100 Punkte für einen Rebholz-Riesling

100 Punkte - besser geht nicht. Der Gault-Millau Weinführer 2019 zeichnet sieben deutsche Weine mit der Höchstpunktzahl aus, einer davon kommt aus der Pfalz. Insgesamt schnitten bei den Weinverkostungen im Jahr 2018 die Pfälzer Weine wieder mit Bravour ab. Wir geben einen Überblick über die Prämierungen.

Die sieben 100-Punkte-Weine des Gault & Millau Weinführeres  erzählen mit atemberaubender Präzi-sion, Finesse, Harmonie und Emotion von ihrem ein-maligen deutschen Terroir. Beim 2017 Birkweiler Kastanienbusch Riesling Großes Gewächs aus dem Siebeldinger VDP-Weingut Ökonomierat Rebholz schnalzten die Zungen der Gault-Millau-Degustato-ren.

Aufgezogen und geerntet in einem Pfälzer Kultwin-gert, dem Rotliegenden an einem steilen Südhang  der
höchstgelegenen VDP-Großen Lage der Pfalz, ist der Edeltropfen noch für um die 50 Euro in der 0,75-Liter-Flasche im Handel erhältlich. Wer's günstiger mag, fin-det im biodynamischen Weingut eine breite Auswahl von ebenfalls hochkarätig prämierten Rieslingen und Weiß- wie Spätburgundern.

Über 6..000 preisgekrönte Winzererzeugnisse von 354 Pfälzer Betrieben

6.077 Pfälzer Weine und Sekte hat die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz bei ihrem Win-zerwettbewerb 2017/18 ausge-zeichnet. 1.374 Goldene, 3.095 Silberne und 1.608 Bronze Kam-merpreismünzen wurden für Er-zeugnisse aus der Pfalz verge-ben.

Einmalig: Im 20. Jahr in Folge konnte das Maikammerer Weingut August Ziegler einen Staatsehrenpreis und damit den 4. Großen Staatsehrenpreis entgegennehmen. Von der DLG ist das Weingut  bereits zum 5. Mal als "Winzer des Jahres" ge-ehrt worden und führt die Top 100 der deutschen Weinmacher unangefochten auf Platz 1 an.

„Entdeckung des Jahres“

In der neuen Ausgabe des Vinum Weinguide Deutschland ist ein pfälzisches Weingut mit dem Titel „Entdeckung des Jahres“ ausgezeichnet worden: Die Ries-linge der Geschwister Yvonne Libelli und Martin Lucas vom Margarethenhof in Forst "ver-blüffen durch ihre Ruhe, Tiefe und Vielschichtigkeit“, so das Team der Vinum-.Degusta-toren. Seit 2011 teilen sich Libelli und Lucas die Verant-wortung auf dem Familiengut, das als Neueinsteiger auf An-hieb mit zwei Sternen ausge-zeichnet wurde.

In der Kategorie Weiße Burgun-dersorten des Vinum-Wettbe-werbs belegte der 2017 Birk-weiler Mandelberg vom bereits erwähnten Weingut Ökonomie-rat Rebholz den 1. Platz.


Ehrenpreise 2018

Weingüter, die innerhalb von zehn Jahren den 5. Staatsehrenpreis verdienen, erhalten den Großen Staatsehrenpreis.

Großer Staatsehrenpreis 2018

Staatsehrenpreise 2018

(Auswahl Mittelhaardt)

Winzergenossenschaft Herxheim am Berg

Weingut Bärenhof, Bad Dürkheim-Ungstein

Winzergenossenschaft Herrenberg-Honigsäckel, Bad Dürkheim-Ungstein

Weingut Wolf, Bad Dürkheim-Ungstein

Weingut Darting, Bad Dürkheim

Weingut Karl Wegner, Bad Dürkheim

Wachtenburg Winzergenosenschaft, Wachenheim

Forster Winzerverein, Forst

Weingut Thomas Steigelmann, Neustadt-Gim-meldingen

Weingut Georg Naegele, Neustadt-Hambach

Ehrenpreise 2018

(Auswahl)

Weingut Sonnenhof, Bockenheim (Ehrenpreis des Landkreises Bad Dürkheim)

Vier Jahreszeiten Winzergenossenschaft, Bad Dürkheim (Ehrenpreis des Genossenschafts-verbands)

Weingut Mesel, Bad Dürkheim (Ehrenpreis der Handwerkskammer Pfalz)

Staatsweingut mit Johannitergut, Neustadt-Mußbach (Ehrenpreis dder Weinbruderschaft der Pfalz)

Weingut Raßkopf-Hofmann (Ehrenpreis des Vereins der Absolventen Weinbau Neustadt)



Unter der Crème de la Crème auch geprüfte Schnäppchen

Das Siebeldinger Weingut bildet zusammen mit  Bürklin-Wolf (Wachenheim) und
Knipser (Laumersheim) im Vinum-Führer weiter das Spitzentrio mit jeweils fündf Sternen. A
uch die anderen Weinführer sind sich darüber einig, was ein Wein von Weltklasse ist und wo sie vinifiziert werden. Darüberhinaus hat bei den Vinum-Verkostern das Gimmeldinger VDP-Weingut Christmann  großen Eindruck hin-terlassen, erhielt vier Sterne und schmückt sich mit der Auszeichnung zum re-gionalen "Weingut des Jahres". Als regionalen "Aufsteiger des Jahres" markierten die Vinum-Tester das Weingut Jülg in Schweigen.

Preislich dürfen sich Weinliebhaber nach Feststellung der Vinum-Experten wie Gott in Frankreich fühlen. Unter den Top 10 der besten trockenen Weißweine Deutschlands des Jahrgangs 2017 unter zehn Euro findet sich ein geprüftes Schnäppchen: Der brillante 2017 Idig Riesling trocken vom Weingut Weik in Neustadt-Mußbach. begeistert mit modernem Fruchtstil und Duftnoten von Apfel und Aprikose - und mit einem erschwinglichen Preis: Die 0,75-Liter-Flasche kostet ab Hof 8,70 Euro.

Auch Rotweine der Pfalz überzeugen die Tester

Beim Deutschen Rotweinpreis 2018, den das Weinmagazin Vinum auslobt, hat das südpfälzische Weingut Bernhart, Schweigen, in der Sparte „Klassische deutsche Sorten“ mit einem 2016er St. Laurent „S“ den ersten Platz belegt. Auf dem 2. Platz folgt der 2016er Kindenheimer Vogelsang Frühburgunder vom Weingut Neiss in Kindenheim.  Dessen 2014er Kindenheimer Vogelsang Spätburgunder Réserve «Glockenspiel» belegte in der Kategorie "Spätburgunder" den 3. Rang.

Dreimal vier Sterne, vier Trauben und auch noch "Rotweinwinzer des Jahres"

Beim Weingut Rings in Freinsheim sind sich die Weinverkoster einig: Vier Vinum-Sterne, vier Sterne auch im Eichelmann-Weinführer 2019, vier Trauben beim Gault Millau und vier Fal-staff-Sterne. Die Vinum-Degustatoren bei-spielsweise sind des Lobes voll: "Die Rieslinge von Rings überzeugen uns immer mehr. Dieser Drang der Brüder, stets weiter nach vorne zu kommen mit ihren Qualitäten und im Zuge dessen hochinteressiert im Blick zu haben, was die Mitbewerber vielleicht (noch) besser machen, ist wohl dafür mitverantwort-lich. Saumagen und Weilberg sind inzwischen enorm stabil und spielen auch im bundesweiten Endvergleich vorne mit. Aber was sind das für Rotweine! Kreuz, Kreuz Réserve und Syrah Réserve dürften selbst beinharte Fans französischer Weine verblüffen und für sich einnehmen. Ganz großes Kino. Der Erfolgszug von Rings dürfte noch lange kein Ende gefunden haben, da sind wir uns sicher. Freins-heim bleibt ein Hotspot von richtig guten Betrieben mit einem echten Leader."

Seit 2008 leiten die Brüder Steffen und Andreas das Weingut Rings, im Jahr 2015 wurden sie in den Kreis des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) aufge-nommen. Erstmals darf sich das Weingut mit dem Titel „Rotweinwinzer des Jah-res“ schmücken. Das Weingut erhielt die vom Neustadter Fachverlag Meininger verliehene Auszeichnung für die „Kollektion des Jahres 2018". Vier Spätburgun-der, ein Syrah und Rotwein-Cuvee aus den Jahrgängen 2015/16 überzeugten mit jeweils deutlich über 90 Punkten im Rotwein-Wettbewerb. 

Die 55 Jurymitglieder des Meininger Rotweinpreises verkosteten fast 1.200 Rot-weine aus allen 13 deutschen Anbaugebieten. 763 Rotweine wurden ausgezeichnet, 241 Weine erzielten eine Spitzenbewertung von 90 Punkten und mehr, darunter auch der 2016er Sonnenberg Pinot Noir vom Weingut Eymann, Gönnheim, (93 Punkte) und der 2015er Syrah "Katzenstein" vom Weingut Neiss in Kindenheim, das damit in der Kategorie "Internationale Rebsorten" mit 92 Punkten den 2. Platz belegte.

Als bestes Rotwein-Anbaugebiet schnitt die Pfalz mit 228 Medaillen ab, gefolgt von Württemberg (184), Baden (132) und Rheinhessen (107).

Besser geht's kaum: Allerbeste Aussichten für den Jahrgang 2018

Wenn‘s läuft, dann läuft‘s. Der Spruch passt auf den 2018er Jahrgang, in der Pfalz "Oechsle-König" genannt. Kaum Schäden trotz extremer sommerlicher Hitze und Trockenheit, fast keine Wetterkatastrophen, kerngesundes Trauben-material in üppiger Menge, tolles Lesewetter mit edelsüßen Kreszenzen als Krönung. Besser geht‘s kaum.

Die rekordverdächtige Warmwetterperiode hatte schon im April begonnen. Beim Riesling setzte die Blüte bereits Ende Mai ein. Die eigentliche Hitzeperiode folg-te dann im Juli und August. Die Lese für den ersten Federweißen begann bei hoch-sommerlichen Temperaturen schon Anfang August, der Start für die Hauptlese zwei Wochen später - deutlich vor dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt und so früh wie noch nie.

Im September herrschte ideales, weitgehend trockenes und ruhiges Wetter, be-sonders die roten Sorten durften noch länger an den Stöcken reifen. Das ergibt farbintensive, tiefgründige Rotweine, nicht nur beim Spätburgunder.

Die Weißweine haben eine moderate Säure, der Alkoholgehalt ist trotz der vielen Sonne - selbst für viele Winzer überraschend - verhältnismäßig moderat geblie-ben. Die Winzer freuen sich über eine Gesamterntemenge von geschätzten 2,5 Millionen Hektolitern, die 17 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Nach Jahren kleiner Erntemengen können die Märkte wieder einmal ohne Ein-schränkungen bedient werden.

Eiswein - die Hoffnung stirbt zuletzt

In diesem Jahr wollen sehr viel mehr Winzer Eis-wein lesen als im Vorjahr. 2017 hatten nur 24 Be-triebe insgesamt 19 Hektar Eiswein bei der Land-wirtschaftskammer angemeldet. In dieser Saison sind es 628. Zusammen haben sie 532 Hektar für die Eisweinlese vorgesehen, gut 124 Hektar davon in der Pfalz.

Die gute Ertragssituation und die Gesundheit der Trauben machten es möglich. 2017 waren auf-grund des frühen Lesebeginns und der geringen Erntemenge nur sehr wenige Meldungen einge-gangen. In keinem rheinland-pfälzischen Betrieb wurde 2017/18 Eiswein gelesen, weil der Frost zu spät kam. Daher sind die Vorräte bei vielen Selbstvermarktern weitgehend auf-gebraucht. 

Eiswein ist zwar das Meisterstück der Winzer, aber immer auch ein Vabanque-spiel: Noch bis Anfang Februar besteht die Chance auf eine Eisweinlese, da spä-testens dann alte Trauben entfernt werden müssen, um Platz für den neuen Jahrgang zu schaffen. Eisweintrauben dürfen aber erst ab einer Temperatur von -7°C im Weinberg geerntet werden - dieser Tage hatten wir nächtens grade mal -4°C, und für die nächsten zwei Wochen ist kein Frost gemeldet.


Internetrecherche: Welcher Wein könnte mir schmecken?

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz stellt auf Ihren Internetseiten pro-funde und hilfreiche Wegweiser für den Wein-Einkauf zur Verfügung. Was für den Autofahrer das Navi, ist für den Weinkenner und -einkäufer die Übersicht "Unse-re Besten" , die, nach Anbaugebiet und Gemeinde gefiltert, die ausgezeichneten Betriebe und die Prämierungen der letzten fünf Jahre listet.

Ihren Pfälzer Lieblingswein in bester Qualität und optimalem Preis-Leistungs-verhältnis finden Sie in der "Weinsuche", wo sie aus über 50.000 Datensätzen prämierter Weine aus Rheinland-Pfalz filtern können.

Im wöchentlichen Wechsel stellt dioe Landwirttschaftskammer zudem der "Wein der Woche" vor, einmal im Monat auch den "Winzerbetrieb des Monats". Dort finden auch pfälzische Winzer und  Weine Pfälzer Provenienz standesgemäße Würdigung,

Die Qual der Wahl: Gedruckte Weinführer

In gedruckter Form erscheinen alle Jahre wieder die großen deutschen Wein-führer. Gehaltvoll und deshalb ziemlich dick und seitenstark. Sie kommen im Titel meist in einem merkwürdig neudeutschem Kauderwelsch als "Weinguide" daher, wo man doch "Weinführer", "Leitfaden für den deutschen Wein" oder "Hand-buch der deutschen Weine" hierzulande gut verstünde. Und wenn schon internationalisiert, dann doch bitte korrekt "wine guide".

Keine Sorge, der Inhalt ist in deutscher Sprache abgefasst, wenn auch der Jargon der Sachkundigen manchmal etwas unverständlich bleibt. Welcher Weinführer nun der beste, der unabhängigste, der verbraucherfreundlichste, gar der objektivste oder womöglich verständlichste Weinführer ist, darüber streiten die  Gelehrten. Welchen man bevorzugt, ist - wie beim Wein - auch Geschmackssache: Hier in alphabetischer Reihenfolge die vier bekanntesten Handbücher, die sich preislich nicht viel nehmen:

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