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Fußball-Europameisterschaft 2024

Das echte Pfälzer Sommermärchen

Gratulation an Philipp Lahm und sein Bewerberteam! Die Fußball-EM 2024 findet in Deutschland statt.  Weniger in der Pfalz, wo man sich wohl auf Public Viewing beschränken wird. Denn den "Betze" sucht man unter den EM-Stadien vergeblich.

Das Kaiserslauterer Stadion war bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 noch gesetzt, und es war stets ausverkauft. Vier WM-Gruppenspiele wurden im 46.000 Zuschauer fassenden Fritz-Walter-Stadion ausgetragen, zuletzt das Achtelfinale, das die späteren Weltmeister, Italiens Azzuri, gegen die australische Mannschaft 1:0 gewannen.

Die Sorgen und Nöte der Lauterer mit ihrem "Betze"

Dass bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 auf den"Betze", der doch immerhin u. a. über ein komplettes Fernsehstudio und eine von einer riesigen Photovoltaikanlage gespeiste Rasenheizung verfügt, verzichtet wird, dürfte auch mit den schlechten Erfahrungen des Deutschen Fußballbundes (DFB) bei der Vorbereitung zur WM 2006 zu tun haben. Aufgrund der Insolvenz des beauftragten Bauunternehmens war es zu Terminverzögerungen bei der Osterweiterung und zu enormen technischen wie auch finanziellen Problemen gekommen. In der Folge wurde das immer noch legendäre Stadion der "roten Teufel"nach der Weltmeisterschaft kommunalisiert und ging, einer Vereinsinsolvenz des 1. FCK zuvorkommend, ins Eigentum der Stadt Kaiserslautern über. Daran darbt die kleinste Großstadt in Rheinland-Pfalz bis heute, sollte doch zuletzt eine Grundsteuererhöhung dazu beitragen, u. a.  die maroden Stadionfinanzen zu sanieren - soweit ging die Liebe der Lauterer zu ihrem "Betze" dann aber doch nicht.

So bleiben aus (Rheinland-)Pfälzer Sicht nur das Waldpark-Stadion in Frankfurt, heute als Commerzbank-Arena firmierend, und das Neckarstadion in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart, einst Gottlieb-Daimler-Stadion und heute Mercedes-Benz-Arena, als nächstliegende Treffpunkte, um das kontinentale Fußballspektakel live mitzuerleben. Allenfalls die Domstadt Köln wäre in diesem Zusammenhang noch als näher liegender Austragungsort zu erwähnen, wo 2024 im Rhein-Energie-Stadion der europäische Fußball rollt.

Fußball im Dubbegals: 37 satte Toreinschüsse

Dubbeglas Bad Dürkheim
Genuss pur im Dubbeglas - mit 37 Toreinschüssen. Foto: Stadt Bad Dürkheim

Freilich empfängt Deutschlands größ-te Urlaubsregion gerne die Fans aus europäischen Landen und gönnt ihnen neben ihrer ureigentlichen Freude am Runden auch noch gaumenkitzelnde Genüsse aus gut gefüllten Dubbeglä-sern. Deren handliches Design kann - erst recht nach zügigem Genuss des Inhalts - durchaus Assoziationen an den Fußball auslösen: 37 satte Torein-schüsse in jedem originalen Schoppen-glas! Doch vermutlich sind die Metro-
polen, wo sich alles um den runden Ball drehen wird, eher zu weit ab vom Schuss.

Womöglich aber entdecken Gäste, deren Begeisterung für das Festival der europäischen Kicker sich in gewissen Grenzen hält, die Pfalz auch als idealen  


De Dorscht, der macht erscht richtig Spaß,

hoscht so e Pälzer Dubbeglas!

 

 Pfälzer Weisheit


heimatnahen Rückzugsort, wo man tatsächlich noch die Ruhe vor dem Sturm genießt. Public Viewing könnte dabei gar zu einer genussreichen Erfah-rung werden, wo man mit -  


 wenn schon, denn schon - edelsten Tropfen auf den Fußballgott anstößt und Sieger und Verlierer gleichermaßen hochleben lässt, damit auch der größte Durst gewisslich gestillt wird.

Keine Sorge um originales Fußball-Flair vor der riesigen Open-Air-Bildschirm-wand! Denn mit am Tisch sitzen x Trainer, Schiedsrichter und Besser-Fußballer um die Lust am Trinken wie am Babbeln ausgiebig zu zelebrieren, jedes Abseits
haargenau zu analysieren und jeden Spielzug, jede Fehlentscheidung sowie jeden Fehlpass wortgewaltig zu kommentieren. Wesch wie isch män?

Schließlich ist auch der Europameister, wie immer er dann heißen mag, mit einem wohlklingenden Schoppengewitter standesgemäß bodenständig zu feiern: "Zum Wohl die Pfalz!"  

Ohne Schmu und Bimbes: Echte Sommermärchen hat die Pfalz jedes Jahr

"Sommermärchen" - das Wort kommt aus gutem Grund heute ja kaum noch einem Offizieller in den Sinn oder gar über die Lippen. Sommermärchen aber gibt's in der Pfalz allemal. Grad geht wieder so ein märchenhafter Sommer zu Ende. Ein Wurstmarkt ohne einen Tropfen Regen - das gab's noch selten! Nur lauter gute Tropfen.

Versprochen: Im Fußballjahr 2024 gibt's sicher wieder ein Sommermärchen - in der Pfalz, wie jedes Jahr, auch ohne Fußball-Festival. Ein echtes Sommermärchen, ohne Schmu und Bimbes, mit viel Genuss und ohne schalen Nachgeschmack ... Auch im Sommer 2024 ist die Pfalz eine Reise wert. Erst recht dann ...

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