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Gärten in der Pfalz

Frische Luft an schönen Plätzchen

Ob Kurpark, Englischer Garten oder Stadtpark – die Pfalz bietet eine Vielfalt an Gärten und Parks. Die schönen Plätzchen beeindrucken mit bunter Blütenpracht, großer Pflanzenvielfalt bis hin zu mediterranen Gewächsen und mit oftmals einzigartiger Gestaltungskunst. Eine kleine Auswahl.

Die meist ganzjährig geöffneten Grünoasen laden zu gemütlichen Spaziergängen mitten in der Natur ein, zu einem genussreichen Picknick unter ehrwürdigen Bäumen oder auch zur exklusiven Weinprobe. Entspannt zurückgelehnt, schweift das Auge über üppige Blütenpracht, die Nase saugt den Duft der Pflanzen. Vögel zwitschern und der lauschige Bach plätschert vor sich hin. Die Seele baumelt ...

 

Trittsteine, im Volksmund auch "Ochsenklavier" genannt, überqueren die Isenach im Kurpark Bad Dürkheim. Foto: Stadt Bad Dürkheim
Trittsteine, im Volksmund auch "Ochsenklavier" genannt, überqueren die Isenach im Kurpark Bad Dürkheim. Foto: Stadt Bad Dürkheim

Der Dürkheimer Kurpark - an den Ufern der Isenach

Quasi vor der Haustür unseres Ferienhofes liegt der Kurpark, der in einer vom damaligen Bürgermeister Lutz initiierten Bürgeraktion vor einigen Jahren neu

Bunte Tulpenpracht im Frühjahr. Foto: Klaus Kochendörfer
Bunte Tulpenpracht im Frühjahr. Foto: Klaus Kochendörfer

gestaltet wurde und seither schöner denn je anmutet. Die Isenach durchquert im sanften Bogen das Kurstadt-Grün, man kann sie mit einem Hörrohr sogar murmeln hören. Der Rhein-Zufluss wurde im Rahmen der Neugestaltung aus  seinem früheren Tunnel freigelegt und bildet heute die Lebensader des Parks. Entenfamilien führen hier ungestört ihren Nachwuchs aus, Kinder planschen quietschvergnügt im Bachbett und balancieren über die Trittsteine. Müde Wanderer-Füße finden Erfrischung in dem kühlen Nass. 

Erst recht im Herbst ein Meer aus Farben und ein Ort der Ruhe.
Erst recht im Herbst ein Meer aus Farben und ein Ort der Ruhe.

Der Kurpark ist ein Meer aus Farben und ein Ort der Ruhe, an dem man mitten im Grünen eine Tasse Kaffee oder Tee genießen kann. Auf der Terrasse des Café Pompöös, wohl einer der schönsten Orte dieser Art in der Pfalz, gibt's den Blick zur großen Fontäne vor der Brunnenhalle kostenlos dazu. Ein paar Schritte weiter versuchen sich derweil die Minigolfer beim Einlochen, und das Isenach-Krokodil, von den Stadtgärtnern immer wieder gekonnt aus dem Buchs geschnitten, aalt sich leblos in der Sonne.  

Wasserspiel mit großer Fontäne.
Wasserspiel mit großer Fontäne.

Es lohnt, die Augen offen zu halten, denn man kann den Dürkheimer Kurpark auch als Freiluft-Museum heimischer Kunst durchwandeln. An vielen Ecken und Winkeln bilden Skulpturen, gern aus dem pfälzischen Sandstein gehauen, einen imposanten Kontrast zur Parklandschaft. An ihrem Ostrand erhebt sich der Gradierbau, mit 333 Metern Länge einer der längsten in Deutschland. In seiner Nähe am Isenach-Ufer liegt der bei Kindern so beliebte Wasserspielplatz. Auf der anderen Seite finden sich abseits des großen Trubels Sonnenbänke und ein kleiner Fitness-Parcours. Und über allem thront die Michaelis-Kapelle inmitten der Weinberge, die fast bis an den Kurpark reichen.

 

Im Gradierbau werden bei der Verrieselung der Sole aus der im Kurpark entspringenden Maxquelle  große Mengen an Mineralien in Form von mikroskopisch feinen Tröpfchen (Aerosolen) freigesetzt Über die Atemwege aufgenommen, sin sie eine Wohltat für Lunge und Bronchien.


Trockene Spitzenweine, kredenzt im Englischen Garten

Die Nachbarstadt Wachenheim schätzt sich glücklich um eine Einzigartigkeit der Pfalz. Der Englische Garten im Weingut Dr. Bürklin-Wolf, an der Ortsausfahrt Richtung Forst gelegen, darf als einer der schönsten Orte gelten, um Wein - natürlich die trockenen Spitzenerzeugnisse aus allerbesten Pfälzer Lagen - inmitten der Landschaft zu erleben. 

Der Englische Garten in Wachenheim öffnet sich zur Landsschaft der Mittelhaardt. Foto: Weingut Bürklin-Wolf
Der Englische Garten in Wachenheim öffnet sich zur Landsschaft der Mittelhaardt. Foto: Weingut Bürklin-Wolf

Der Park mit feinstem Croquet-Rasen und einer üppig blühenden Lavendel-Allee erstreckt sich auf einer Fläche von rund zwei Hektar und bietet einen einmaligen Blick in die großartige Reblandschaft der Mittelhaardt. Getreu den Prinzipien der englischen Gartenarchitektur öffnet sich der Park dem umgebenden Grün. Die Landschaft ist das eigentlich wichtige Element dieser prachtvollen Harmonie.

Den Mittelpunkt bietet die Vinothek des weltberühmten Weingutes. Die gastliche Terrasse und Sitzgruppen laden zum Verweilen und Verkosten ein. Große, alte Bäume spenden an heißen Sommertagen Schatten. und jeder Gast findet ein ruhiges Plätzchen, um seinen Wein zu genießen.

Mediterranes Flair mit nachhaltigen Importen aus München

Deidesheims profitiert vom Klima der "Toskana Deutschlands". Die über das ganze Jahr hinweg milden Witterungsbedingungen lassen Zitronen und Feigen wachsen und reifen.

Der Stadtpark in Deidesheim wartet mit vielen mediterranen Pflanzen auf. Foto: Pfalz-Touristik
Der Stadtpark in Deidesheim wartet mit vielen mediterranen Pflanzen auf. Foto: Pfalz-Touristik

Das mediterrane Flair des Stadtparks wird von Entnahmen aus Bayern unterstützt. Denn im Anschluss an die interna-tionale Gartenausstellung 1983 in München wurde ein Großteil des Bestandes nach Deidesheim gebracht und dort eingepflanzt - das passt so recht zur Idee der Nachhaltigkeit, den die Cittaslow sich auf die Fahnen geschrieben hat.

Auf 13.000 Quadratmetern finden sich die größten Attraktionen wie der japanische Gingko, der Lavendel, der Rosmarin, die amerikanischen Mammutbäume und vieles mehr. Buchbar sind zudem botanischen Führungen für Gruppen, Kinder können währenddessen auf dem Spielplatz toben. Das Areal ist jederzeit frei zugänglich.

Der Erlebnisgarten in Deisesheim: Optisch besonders ins Auge sticht auch ein sechs Tonnen schwerer Sandsteinfindling, in den die Deidesheimer Künstlerin Bettina C. Morio ein Relief der Deutschen Weinstraße eingearbeitet hat. Foto: Stadt Deidesheim
Der Erlebnisgarten in Deisesheim: Optisch besonders ins Auge sticht auch ein sechs Tonnen schwerer Sandsteinfindling, in den die Deidesheimer Künstlerin Bettina C. Morio ein Relief der Deutschen Weinstraße eingearbeitet hat. Foto: Stadt Deidesheim

Mit der partiellen Umgestaltung im Jahr 2010 wurde ein Teil der Schlossparkanlage in einen Erholungs- und Erlebnisbereich für alle Generationen umgestaltet. Auf rund 2.000 Quadratmetern finden sich rund 20 Spiel- und Erlebnisstationen, die zum großen Teil barrierefrei angelegt wurden.  Hauptattraktion ist eine 9-Loch Erlebnisgolf-Anlage, deren Hindernisse aus regionalem Basaltgestein, Sandstein oder Holz des Biosphärenreservates Pfälzerwald bestehen. Ergänzt wird die Anlage durch einen Boule-Platz, ein Kneipp-Armbecken, einen Sinnesparcours, einen Wasserspielbereich, verschiedene Kletter- und Klangbereiche, einen riesigen Mammutbaum sowie ein Service-Center mit Kiosk und barrierefreier Toilettenanlage. Klein und Groß lädt eine 18 Meter lange »Baumschlange« und eine Slackline zu Balance-Übungen ein.

Die botanischen Raritäten im Erlebnisgarten sind mit einer Übersichtstafel und einzelnen Infotafeln ausgeschildert, die auf Besonderheiten und Kuriositäten hinweisen. Ein kleines Quiz bietet Kindern und Jugendlichen einen Anreiz zum „botanischen Erlebnis“.

Der Pfarrer mit dem grünem Daumen und dem Faible fürs Mediterrane

Mit tollem Blick über Neustadt und die Weinstraße: die Welsch-Terrasse. Foto: Stadt Neustadt
Mit tollem Blick über Neustadt und die Weinstraße: die Welsch-Terrasse. Foto: Stadt Neustadt

Die Welsch-Terrasse hat ihren Namen von  Pfarrer Dr. Theodor Welsch. Er lebte in der Ortsgemeinde Haardt und begann im 19. Jahrhundert seinen Traum von einem exotischen und bunten Garten zu erfüllen. Kurz vor seinem Lebensende vermachte er der Stadt Neustadt an der Weinstraße die 12.000 Quadratmeter große Parkanlage, auch ein "Balkon der Pfalz"

Die naturnahe Anlage, die man in der Behördenstadt Neustadt eher nicht vermutet, bietet viele Eindrücke für die menschlichen Sinne, unter anderem exotische Bäume, seltene Kakteenarten und üppige Blumenbeete. Darüber hinaus hat man eine großartige Sicht auf Neustadt und Umgebung. Mit etwas Glück kann man an schönen Tagen sogar bis zum Odenwald blicken. 

Empfehlenswert ist ein Spaziergang von der Neustädter Innenstadt über die Dr. Welsch-Terrasse und den Leopold-Reitz-Weg, auch »Sonnenweg« genannt, zur Wolfsburg-Ruine.

Noch ein Pfarrerstraum und einzigartig in Mitteleuropa: St. Martins Bibelgarten

Die zurzeit größte Freilandpflanzung biblischer Gewächse im mitteleuropäischen Raum entstand im Jahr 2.000. rund um die Kirche in St. Martin. Den Traum eines Bibelgartens für seine Heimatgemeinde hegte Peter Straub, Winzer und passionierter Botaniker, schon sehr lange. Endlich 1999 ergab sich durch die notwendige Umgestaltung der Grünanlagen rund um die Pfarrkirche die Gelegenheit, seine Idee wahr werden zu lassen.Den Traum eines Bibelgartens für seine Heimatgemeinde hegte Peter Straub, Winzer und passionierter 

Unterhalb der Kirche von St. Martin erstreckt sich der Bibelgarten. Foto: Pfalz-Touristik
Unterhalb der Kirche von St. Martin erstreckt sich der Bibelgarten. Foto: Pfalz-Touristik

Botaniker, schon sehr lange. 1999 ergab sich durch die notwendige Umgestaltung der Grünanlagen rund um die Pfarrkirche die Gelegenheit, seine Idee wahr werden zu lassen. 

So gedeihen in den Anpflanzungen nun Gewächse, die in der Bibel Erwähnung finden, wie z. B. Akanthus, Granatapfel, Tamariske, Ölbaum und eine Atlantische Terebinthe. Sogar ein kleiner Johannisbrotbaum wächst hier, dessen Name von Johannes, dem Täufer, herrührt.

Natürlich gehört in die Anlage auch ein - dann doch Pfälzer - Weinstock, der an Jesu Wor erinnert (Johannes 15,5): "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben."

Im Zentrum des Hauptgartens - zwischen Kirche und Pfarrzentrum - stehen Pflanzen die zwar nicht in der Bibel erwähnt werden, die aber zur Wildflora des Heiligen Landes zählen. Ebenso fanden Gewächse Einzug in den Garten, die eher der christlichen Symbolik und Mythologie zu zuordnen, wie zum Beispiel die Mariendistel.

Japanische Gartenkunst in Kaiserslautern

Zur Kirschblütenzeit - Hunomi - zeigt der Japanische Garten besondere Reize. Fotos: Stadt Kaiserslautern
Zur Kirschblütenzeit - Hunomi - zeigt der Japanische Garten besondere Reize. Fotos: Stadt Kaiserslautern

Der im April 2000 in Kaiserslautern eröffnete Japanische Garten zählt zu den größten seiner Art in Europa. Sorgfältig ausgesuchte Pflanzen, Teiche, Wasserfälle, Fische, Laternen und Steinarrange-ments zaubern eine fernöstliche Atmosphäre, in der Körper und Seele zur Ruhe kommen. 

Die idealisierte, gestaltete Naturlandschaft stellt ein Landschaftskunstwerk dar, in dem fast immer alles - Wasser, Steinsetzungen und Bepflanzung - nach

Kontraste. Vom Wasserfall zum gemächlichen Bachlauf
Kontraste. Vom Wasserfall zum gemächlichen Bachlauf

bildkompositorischen Gesetzen abgestimmt erscheint. Auf schmalen Trittwegen des Rundparcours, die in bescheidener Art und Weise organisch in die Gartenlandschaft eingearbeitet sind, taucht der Gast teilweise völlig in die kunstvolle Landschaftsharmonie ein. Wasser begegnet ihm dabei in den verschiedensten Gestaltungsformen - als stiller See, leise plätschernder Bachlauf oder tosender 10 Meter hoher Wasserfall. Damit wird es zum Symbol für den Lauf des Lebens, für Ruhe, Bewegung, Spannung und dramatische Ereignisse im Leben des Menschen.  

Besondere Beachtung verdienen der im Stile eines Stein- und Moosgartens gestaltete Zen-Garten am östlichen Rand der Anlage sowie der "tsukiyama"-Berggarten am höchsten Punkt.

Der Garten verlangt einen Eintrittsobolus und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet, im März, April und Oktober nur bis 18:00 Uhr. Montags geschlossen, außer an Brücken- und Feiertagen.

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