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Durch das Ganerbe: Ein neuer Premiumwanderweg am Haardt-Rand

Wald, See, Felsen und prachtvolle Aussicht

Mit dem Ganerbenweg weist die Verbandsgemeinde Freinsheim einen neuen abwechlungsreichen Premiumwanderweg aus. Der 10,4 Kilometer lange Rundweg führt durch den Pfälzerwald und bietet viel Vergangenheit und eine prachtvolle Aussicht. Ob der rund 400 zu überwindenden Höhenmeter ist der Weg als mittelschwer eingestuft und - reine Gehzeit - in drei Stunden zu schaffen.

Die Waldgestätte "Lindemannsruhe" ist Ausgangspunkt und Ziel des Ganerbenwegs. Fotos: Pfalz Touristik
Die Waldgestätte "Lindemannsruhe" ist Ausgangspunkt und Ziel des Ganerbenwegs. Fotos: Pfalz Touristik

Der Wanderparkplatz Lindemannsruhe mit der gleichnamigen Waldgaststätte ist Start- und Endpunkt des Ganerbenwegs. Er verläuft im UNESCO-Biospärenreser-vat Pfälzerwald-Nordvogesen und führt über naturbelassene schmale Waldpfade zur Pfälzerwald-Vereinshütte am mysti-schen Ungeheuersee und danach - auf einem Abschnitt streckengleich mit dem Fernwanderweg Pfälzer Weinsteig -  zurück in die Nähe der Lindemannsruhe. Vor dem Ziel schlägt der Premiumwan-derweg aber noch einen lohnenden Bogen zum sagenumwobenen Heidenfels und zum Bismarckturm, dem mit 36 Metern in der Pfalz höchsten Denkmal für den Reichskanzler, mit prachtvoller Aussicht über die Deutsche Weinstraße, das Rheintal und die grüne Weite des Pfälzerwaldes.

Steinerne Zeugen der Geschichte und Geologie

Unterwegs begegnet man Zeugen der Pfälzer Geschichte wie auch geologischen Besonderheiten. Auf festem, teils felsigem Waldboden führt die Strecke zunächst durch lichten Wald zum versteck-ten Buntsandstein-Felsenriff der Teufelsmauer und weiter zum Kanapee, den Überresten einer im Mittelalter bewohnten Einsiedelei, die ca. 100 Meter abseits des Hauptweges liegt.

Weiter abwärts passiert man den Leininger Grenz-stein aus dem Jahr 1595 und erreicht die im Volks-mund sogenannte  "Suppenschüssel", ein Felsstein mit auffälliger quadratischer Vertiefung. Es handelt sich dabei um ein mittealterliches Rechts- und Grenzdenkmal, an dem Abschlussbesprechungen mit Umtrunk nach Begang der Gemarkungsgrenzen


Was ist ein Ganerbe?

Eine Ganerbschaft war nach altdeutschem Erb-recht das gemeinsame Familienvermögen, vor-wiegend Grundbesitz, über das die Erben nur gemein-sam verfügen konnten. „Gan“ bedeutete im Alt-hochdeutschen „gemein-(sam)“.

Der Begriff „ganerbe“ wurde bereits von Wolfram von Eschenbach in seinem Versroman Parzival um 1200 verwendet. Die Rechtsform der Ganerb-schaft scheint aber noch weiter zurückzugehen. Tatsächlich historisch belegbare Ganerbschaften gibt es ab dem 13. Jahr-hundert, ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Burg Eltz an der Mosel.



stattfanden. Die Denkmaliste des Landes Rheinland-Pfalz datiert den Brocken auf 1826.

Gleich daneben liegt der Krummholzer Stuhl, ein römischer Steinbruch des 2. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. Aus ihm wurde Baumaterial für die Befestigung der Kleinstadt Civitas Vangonium, heute die Stadt Worms, gehauen.

Leicht hangabwärts geht es weiter Richtung Ungeheuersee, wo sich viele Wander-wege an der Weisenheimer Hütte des Pfälzerwaldvereins treffen - vor allem an Wochenenden ein äußerst beliebtes Ausflugsziel der Haardt-Hügel. 

Naturdenkmal im letzten Hochmoor des Pfälzerwaldes

Das Naturdenkmal Ungeuersee, idyllisch gelegen in einem Hochmoorbecken.
Das Naturdenkmal Ungeuersee, idyllisch gelegen in einem Hochmoorbecken.

Das Naturdenkmal Ungeheuersee liegt im letzten Hoch-moorgebiet des Pfälzerwaldes und birgt einen reichen Schatz seltener Pflanzen, z. B. den fleischfressenden Sonnentau.

Der Wasserstand des aus zwei Quell-zuflüssen gespeisten, als Viehtränke künstlich angelegten Teichs unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen - mal ist das dann 150 Meter lange und 50 Meter breite Flachgewässer gut gefüllt, mal gleicht es eher einer morastigen Pfütze, mal liegt der Ungeheuersee ganz trocken.

Wie der Name vermuten lässt, ranken sich etliche Sagen um die verwunschen liegende Wasserfläche.

Die faszinierende Formation der Heidefelsen.

Vorchristliche Kultstätte

Wir befinden uns hier am tiefsten Punkt des Rundwanderwegs auf 357 Metern Höhe. Am Seerand entlang, am Herxheimer Brunnen vorbei geht es weiter, nun eine längere Passage leicht ansteigend, bis der Weg aufden Pfälzer Weinsteig trifft.


Wir folgen der durchgängigen Beschilderung mit der Axt und queren die Landesstraße L 518, um zum Heidenfels zu kommen. Hier lohnt sich ein Abstecher über die rohen Treppenstufen hinab in das Meer riesig großer Steinbrocken zu Füßen des Heidenfelses mit seinen eindrucksvollen Felsformationen und -überhängen. Man kann sich leicht vorstellen, dass dieser magische Ort in vorchristlicher Zeit den Kelten als Kultstätte diente.

Wir haben mit 490 Metern den höchsten Punkt des Rundwanderwegs am Peters-kopf erreicht. Nach einem kurzen serpentinenartigen Abstieg hinunter auf 408 Höhenmeter führt der Weg ohne größere Steigungen über schmale Pfade durch stillen Mischwald zum Bismarckturm. Die obere Aussichtsetage des massiven Sansdteinbauwerks bietet einen wunderbaren Panoramablick über den Pfälzerwald und die Rheinebene - 360° fantastische Landschaft.

Von dort sind es nur noch wenige Schritte bis zum Ausgangsort.


Eine schwarze Axt auf gelbem Grund kennzeichnet die vom Deutschen Wanderinstitut im August 2019 als Premiumrundwanderweg ausgezeichnete Tour durch Teile des namensgebenden Forstreviers Ganerben.

Der Ganerbenweg wurde mit finanzieller Unterstützung durch die Europäische Union und das Land, Rheinland-Pfalz realisiert und hält am Wegesrand eine zum Rasten und Ruhen einladende Infrastruktur vo

Die Ausschilderung erfolgte Anfang August 2019, im November 2019 werden noch Ruhebänke und Picknickplätze erstellt bzw. erneuert.

Der Wanderparkplatz Lindemannsruhe wird von Bad Dürkheim aus über die L 517 Richtung Leistadt (Abzweigung am Wurstmarkt-Kreisel) erreicht. Am Leistadter Sonnenkreisel ist die Abzweigung auf die K 31 ausgeschildert.

Eine Karte mit 3D-Ansicht und Höhenprofil finden Sie hier.

Der Bismarckturm kann von Mai bis Oktober Mittwoch, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, November bis April am Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr gegen eine kleine Gebühr bestiegen werden. Der Kiosk im Kassenraum bietet Erfrischungen und Imbiss.  

Der Rundweg bietet zwei Einkehrmöglichkeiten, jeweils mit Selbstbedienung:

  • die Weisenheimer Hütte des Pfälzerwaldvereins
    geöffnet Mitte März bis Mitte November sonntags und an allen Feiertagen 10 bis 18 Uhr (November nur bis 17 Uhr) und ab Mitte Mai bis Mitte Oktober auch mittwochs von 12 bis 17 Uhr
  • das Forsthaus Lindemannsruhe mit warmer Küche Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17.30 Uhr, montags und dienstags Ruhetag
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