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Zum 22. Mal: "Gitarre plus" in Weisenheims Synagoge

Farbige Facetten des Saitenklangs

Gehaltvolle und  kontrastreiche Abende im gediegenen Ambiente der ehemaligen Synagoge Weinheim am Berg verspricht das diesjährige Programm "Gitarre plus" vom 1. bis 3. Februar 2019. Der Voerverkauf beginnt am 2. Januar 2019. 

Der wunderbare Raum der ehemaligen Synagoge Weisenheim am Sand eignet sich für Saitenklänge besonders gut . Foto: Förderverein
Der wunderbare Raum der ehemaligen Synagoge Weisenheim am Sand eignet sich für Saitenklänge besonders gut . Foto: Förderverein

In der wohltuend intimen Atmosphä-re des Kleinods der mittelhaardter Kulturszene geht's um Saitenklang pur, der mit der einzigartigen Akus-tik des harmonisch proportionierten Raums spielt. Er bietet unter den großen lichtdurchfluteten Rundbog-enfenstern gut 60 Zuhörern Platz - mehr passen nicht rein ins denkmal-geschützte Gemäuer im eher be-schaulichen Weisenheim. Aber die Gäste dieses Festivals, oft auch Stammgäste, erwartet auch dieses  Mal wieder große Kunst auf den Zupfinstrumenten.

Denn "Gitarre plus" steht für ebenso variantenreiche wie virtuose Klangkunst auf der Konzertgitarre, mal als solistisches Konzentrat, mal vielsaitiger im Duo. Die weitere Begleitinstrumentierung hat Festivalorganisator Martin Müller dieses Mal auf das Bandoneon beschränkt.

Ein großartiges Duo mit einem breiten Programm

Das  Duo GolzDanilov
Das Duo GolzDanilov

Selten erlebt (und gehört) hat man eine solch stilistische Band-breite wie bei dem Wuppertaler Duo Sören Golz und Ivan Danilov. Es bestreitet das Auftaktkonzert am Freitag, 1. Februar, um 20 Uhr mit Kompositionen von Haydn, Albeniz, Gismonti, Piazzolla und Mompu - excellent und virtuos interpre-tiert, ergänzt durch das faszinie-rende Zusammenspiel.

Ihr Repertoire umfasst Komposi-tionen aus nahezu fünf Jahrhunderten der Musikgeschichte und wird durch krea-tive eigene Bearbeitungen diverser Werke, bevorzugt durch noch unbekanntere Werke des Barock und des Impressionismus, ergänzt. Mit ihrem Programm de-monstrieren die beiden Gitarristen die gesamte dynamische Bandbreite sowie die faszinierenden Klangfarben auf ihren Instrumenten, gefertigt vom namhaften Gitarrenbauer Thomas Humphrey aus New York.

Im Oktober 2017 wurden Sören Alexander Golz und Ivan Danilov als jüngste Preisträger überhaupt in der bereits 60 jährigen Preishistorie für ihr künstleri-sches Wirken mit dem Kulturförderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausge-zeichnet. 

Erzählkunst auf der Gitarre

Andreas Großmann
Andreas Großmann

"Andreas Großmann ist einer der ganz Wenigen, der auf der Gitarre etwas erzäh-len kann", sagte der berühmte Gitarrist und Komponist Roland Dyens. Großmann begann im Alter von 9 Jahren das Gitarrenspiel bei seinem Vater, einem passionierten Jazzgitarristen, zu erlernen. Mit 12 Jahren wechselte er zur klassischen Gitarre und gewann zahlreiche internationale Preise. Der Lehrbeauf-tragte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Mannheim war
schon einmal Gast in der Synagoge und präsentiert am 2. Februar um 17 Uhr seine erste CD-Einspielung „Impressionen“ - eine virtuose Reise durch die Welt der Gitarre mit Kompositionen von R. Dyens, A. Barrios, M. Ponce u. a. 

Liebesbriefe - ein Plus bei "Gitarre plus"

Anika Hutschreuther
Anika Hutschreuther

„Ich küsse Dich Millionen Mal“ - Liebesbrie-fe und Musik aus fünf Jahrhunderten stehen am Samstagabend auf dem Programm. Ger-rit Bräutigam liest aus berühmten Liebes-briefen, u. a. von Beethoven, Mozart und John Lennon. Die Konzertgitarristin Anika Hutschreuther begleitet und interpretiert die Texte mit virtuosem Saitenspiel am Samstag, 2. Februar, um 20.30 Uhr.

Sie spielt Klassische Gitarre und Barockgi-tarre auf höchstem Niveau. Sie studierte an den Musikhochschulen Stuttgart, Kassel und Hamburg, wo sie 2010 ihr Konzertexamen mit Auszeichnung abschloss. Sie wurde von Michael Tröster, Klaus Hempel und Olaf von Gonnissen unterrichtet und hat zudem zahlreiche Meisterkurse bei namhaften Gitarristen absolviert. Während ihres Studiums wurde sie von der Markelstiftung gefördert. 2006 gewann sie den ersten Preis beim Concours d´Ufam in Paris, den dritten Preis beim Wettbewerb „Kitarika“ in Koper, Slowenien, und war Semifina-listin beim Karl-Scheit-Wettbewerb in Wien. Im Mai 2010 wurde ihr als herausra-gende Nachwuchsmusikerin der Hermann-und-Milena-Ebel-Preis verliehen.

Die Sonntagmorgen-Stunde der Besinnung mit dem Festivalgründer

Martin Müller, der Festivalgründer
Martin Müller, der Festivalgründer

Als "Nylonstring-Fusionär" oder "Vielsaiter" lobte die Presse Martin Müller, der das meditative Kon-zert ohne Applaus am Sonntag, 3. Februar, um 8.30 Uhr gestaltet.  Wer für das Traditionskon-zert des Festivalgründers so früh aufsteht, darf gehörig was zum Hören und Genießen erwarten.
Die morgendliche Stunde der Besinnung wird nicht enttäuschen und bietet neben Gitarre pur auch
Entspannung pur.

Nach dem klassischen Gitarrenunterricht wech-selte Martin Müller zur E-Gitarre und spielte zu Anfang der siebziger Jahre in einer kirchlichen Rockband. Der Besuch eines Konzertes des brasilianischen Gitarristen Baden Powell hinterließ einen so tiefen Eindruck, dass er wieder zur Konzertgitarre griff. Er nahm Unterricht bei u. a. Sebastião Tapajós und John Abercrombie. 1978 bekam er den Solistenpreis der Deutschen Phono-Akademie.

Authentischer Tango

Matias Bocchio
Matias Bocchio

Der Argentinier Matias Bocchio (Gitarre/Gesang) und Karin Eckstein (Bandoneon) neh-men Sie am Sonntag, 3. Februar, um 11 Uhr mit auf eine Reise nach Argenti-nien. Authentisch verzaubert das Duo mit Tangos, Milon-gas und Valses von  der alten Garde bis Piazzolla, argentini-scher Folklore und Geschichten aus der Welt des Tangos.

Matias Bocchio stu-dierte Komposition und Gesang, aber das Gitarrespielen kann er nicht lassen: "Es ist mein Blut".

Nach erfolgreich abgeschlossenem Musikstudium (Klavier und Kirchenorgel) nahm Karin Eckstein Bandoneon-Unterricht bei Peter Reil in Berlin. Danach studierte sie sechs Jahre bei einem der Großen des Bandoneons, Maestro Juan José Mosalini, am Konservatorium von Gennevilliers/Paris und legte im Juni 2003 ihr Examen mit Auszeichnung ab.

Musik aus den geheimnisvollen Hinterzimmern des Flamenco

Björn Vollmer
Björn Vollmer

Björn Vollmer liebt es, Grenzen zu überschreiten, aufzulösen und neue Kreativräume zu schaffen. Seit über 28 Jahren widmet er sich der Klassis-chen Gitarre und der Guitarra Flamen-ca. Er lebte eine Zeit lang in Spanien wo er bei diversen Meistern des Flamenco, unter anderem bei Amir John Haddad, und in den geheimnisvollen Hinterzimmern der Tavernas, Bars und anderen Flamenco-locations lernen durfte. Sein spanischer Professor Jorge Ariza in Madrid, war selbst Schüler von Andrés Segovia und Regino Sáinz de la Maza.

Sein Solokonzert am Sonntag, 3. Februar, 18 Uhr, schließt den diesjährigen Festivalreigen ab. 


Der Vorverkauf für die heiß begehrten Eintrittskarten beginnt am 02.01.19 beim Förderkreise der Ehemaligen Synagoge e. V.

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