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Zum 23. Mal: "Gitarre plus" in Weisenheims Synagoge

Saitenklang pur

Gehaltvolle und  kontrastreiche Abende im gediegenen Ambiente der ehemaligen Synagoge Weinheim am Berg verspricht das diesjährige Programm "Gitarre plus" vom 31. Januar bis 2. Februar 2020. Der Vorverkauf hat begonnen. 

Der wunderbare Raum der ehemaligen Synagoge Weisenheim am Sand eignet sich für Saitenklänge besonders gut . Foto: Förderverein
Der wunderbare Raum der ehemaligen Synagoge Weisenheim am Sand eignet sich für Saitenklänge besonders gut . Foto: Förderverein

In der wohltuend intimen Atmosphä-re des Kleinods der mittelhaardter Kulturszene geht's um Saitenklang pur, der mit der einzigartigen Akus-tik des harmonisch proportionierten Raums spielt. Er bietet unter den großen lichtdurchfluteten Rundbog-enfenstern gut 60 Zuhörern Platz - mehr passen nicht rein ins denkmal-geschützte Gemäuer im eher be-schaulichen Weisenheim. Aber die Gäste dieses Festivals, oft auch Stammgäste, erwartet auch dieses  Mal wieder große Kunst auf den Zupfinstrumenten.

Denn "Gitarre plus" steht für ebenso variantenreiche wie virtuose Klangkunst auf der Konzertgitarre, mal als solistisches Konzentrat, mal vielsaitiger im Duo. Die weitere Begleitinstrumentierung hat Festivalorganisator Martin Müller dieses Mal auf die Oud und die Violine beschränkt.

Melange aus Traum und Wirklichkeit

Stephanie Jones
Stephanie Jones

Stephanie Jones, eine der großen Virtuosinnen unserer Zeit, eröffnet den Konzertreigen am Freitag um 20 Uhr.

Unter ihren Händen wird die Gitarre zur Melange aus Traum und Wirklichkeit. Interpretation, Klang und Virtuosität verschmelzen zu einer großen Einheit. Eine unergründliche Symbiose zwischen Eleganz und Emotion, zwischen Hoffnung und Erlösung. Jones spielt Werke von J. S. Bach, Piazolla, Albeniez  und Anderen, die Gitarre in ihrer Bedeutung als Komponisten verstanden haben.

Nie gehörte Komponisten

Ein Programm, das als Aufruf in die moderne Zeit der konzertanten Gitarrenmusik verstanden werden will, präsentiert der Stuttgarter Gitarrist Jonas Khalil am Samstag  um 17 Uhr, Die Auswahl an bis dato nie gehörten Kompositionen stellt einen hohen Anspruch an den Künstler. Ein Parforceritt auf sechs Saiten - in dem der Name des Künstlers als Komponist und Interpret für herausragende Qualität steht

Hörgenuss, wiederholt

Das  Duo Sören Golz und Ivan Danilov
Das Duo Sören Golz und Ivan Danilov

Sören Golz und Ivan Danilov aus Wuppertal versetzten im vergangenen Jahr die Weisenheimer Synagoge mit ihrer stilistischen Bandbreite in einen Rausch der Töne. Selten gehörte Präzision im Zusammenspiel, Kompositionen, die zur „Luxusklasse“ der klassischen Duoliteratur gehören und ein Statement in der musikalischen Aussage, die ihresgleichen sucht. Das Konzert am Samstagabend um 20 Uhr verspricht einen sich wiederholenden Hochgenuss.

Ihr Repertoire umfasst Kompositionen aus nahezu fünf Jahrhunderten der Musikgeschichte und wird durch kreative eigene Bearbeitungen diverser Werke, bevorzugt durch noch unbekanntere Werke des Barock und des Impressionismus, ergänzt. Mit ihrem Programm demonstrieren die beiden Gitarristen die gesamte dynamische Bandbreite sowie die faszinierenden Klangfarben auf ihren Instrumenten, gefertigt vom namhaften Gitarrenbauer Thomas Humphrey aus New York. 

Die Sonntagmorgen-Stunde mit dem Festivalgründer

Martin Müller, der Festivalgründer
Martin Müller, der Festivalgründer

Der Sonntagmorgen beginnt um 8.30 Uhr mit dem Traditionskonzert des Festivalgründers. Martin Müller. Wer für dafür so früh aufsteht, darf gehörig was zum Hören und Genießen erwarten. Das Konzert ohne Applaus spannt den Bogen von Abba bis Zappa.

Nach dem klassischen Gitarrenunterricht wech-selte Martin Müller zur E-Gitarre und spielte zu Anfang der siebziger Jahre in einer kirchlichen Rockband. Der Besuch eines Konzertes des brasilianischen Gitarristen Baden Powell hinterließ einen so tiefen Eindruck, dass er wieder zur Konzertgitarre griff. Er nahm Unterricht bei u. a. Sebastião Tapajós und John Abercrombie. 1978 bekam er den Solistenpreis der Deutschen Phono-Akademie.

Einmalige Kombination von Oud und Gitarre

Faleh Khaless und Johannes Treml präsentieren den Spätaufstehern um 11 Uhr eine einma-lige Kombination von Oud und Gitarre. Ihre Klangbilder erinnern an die Schönheit in den Zeiten aus "Tausend und eine Nacht". Ihre Musik, begleitet Menschen über Jahrhunderte - zum Feiern, zum Tanzen, Beten oder in der Stille.

Barock und Tango im Kontrast

Sarah Marie Immer (Violine) und Matthias Kläger (Gitarre) demonstrieren als Duo Misteriosa zum Abschluss des Festivals am Sonntag um 20 Uhr die zeitlose Schönheit der Barockmusik im Kontrast zu den Milongas & Tangos aus den rauchig alkoholisierten Bars Buenos Aires - auf virtuose Art gespiegelt.


Der Vorverkauf für die heiß begehrten Eintrittskarten hat am 02.01.20 beim Förderkreise der Ehemaligen Synagoge e. V. begonnen.

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