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Zum fünfjährigen Jubiläum im roten Sandstein verewigt

Vier Sterne am Dürkheimer Gradierbau

Vier Sterne prangen seit kurzem an einem Sandsteinpfeiler des Bad Dürkheimer Gradierbaus, darunter ist in den roten Sandstein gemeißelt: "Ferienhof am Rebgarten". Der Gradierbau wurde vor zehn Jahren wiedereröffnet, der Ferienhof startete vor fünf Jahren - beide schreiben seitdem eine Erfolgsgeschichte.

Fünf Jahre mit vier Sternen: Den neuen Sandsteinpfeiler haben wir zu unserem kleinen Jubiläum sehr gerne gesponsert. Foto: Waree Kochendörfer
Fünf Jahre mit vier Sternen: Den neuen Sandsteinpfeiler haben wir zu unserem kleinen Jubiläum sehr gerne gesponsert. Foto: Waree Kochendörfer

Wir haben dem Salinen-Verein, der sich dem Erhalt, der Bewahrung und der Präsentation des exakt 333 Meter langen Kultbaus im Dürkheimer Kurpark verschrieben hat, bei der Sanierung eines Sandsteinpfeilers  mit Einnahmeüberschüssen aus den Jahren 2018 und 2019 unter die Arme gegriffen. Gerne tragen wir damit -  im Sinne einer nachhaltigen Fremdenverkehrsentwicklung - zum Erhalt dieses Dürkheimer Wahrzeichens bei und geben ein wenig von unserem Erfolg an die Kurstadt zurück, den wir hier dank unserer zufriedenen Gäste mit unseren Apartments erleben dürfen.

Denn Tourismus bedarf des Miteinanders und funktioniert langfristig erfolgreich nur durch das Zusammenwirken verschiedener Angebote, sei es in der Stadt, ihrer Umgebung oder in der Natur. Ohne seine Kureinrichtungen, ohne sein kulturelles Leben, ohne den Pfälzerwald oder die Weinreben und ohne seine vielseitige touristische Infrastruktur wäre Bad Dürkheim sicher ärmer, und unsere Ferienwohnungen wären für unsere Gäste wohl nur halb so attraktiv.

Vor fünf Jahren: Die erste Gastfamilie im "Ferienhof am Rebgarten"

Die Inschrift am Gradierbau markiert auch ein kleines Jubiläum unseres Ferienhofes. Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren, am 15. August 2015, begrüßten wir unseren ersten und nicht nur deshalb ganz besonderen Gast. Ein Überraschungsgast sozusagen: Er hatte nicht vorreserviert, sondern fuhr in seinem Auto und mit Sack und Pack einfach auf gut Glück vor, klingelte, fragte nach der Unterkunft, von der er gehört habe - und nahm gleich beide Ferienwohnungen in Besitz. Wir erinnern uns noch gut: Er kam aus dem Fränkischen, war Patient einer Dürkheimer Kurklinik und ziemlich aufgeregt von alledem, was da auf ihn zukommen sollte. Den Tag und die Stunden vor Beginn seines Reha-Aufenthalts wollte er aber noch einmal mit seiner Familie verbringen. Ja, er genoss förmlich dieses gemeinsame Lebewohl mit Gattin, zwei Kindern und mit seinen Eltern - für uns ein unvergessener und auch berührender Auftakt.

Seitdem durften wir an die 2.000 Gäste in unseren beiden Ferienwohnungen beherbergen. Zu allermeist sehr zufrieden, wurden sie oft zu gern gesehenen Stammgästen, die uns dankenswerterweise auch in diesen pandemischen Zeiten die Treue halten.

In die Erfolgsgeschichte mit eingewoben ist gewiss auch das Netzwerk mit den Fremdenverkehrsorganisationen. Der anfangs ermutigende und bis heute stets offene Austausch wie die anhaltend gute Partnerschaft mit der Dürkheimer Tourist-Information verdient dabei besondere Erwähnung.

Von der Idee zum Konzept und zur Umsetzung - zur Zufriedenheit unserer Gäste

Der Umbau und die energetischen Sanierung unseres Ferienhofes mit dem ebenso rührigen und umsichtigen wie ideenreichen Dürkheimer Architekten Gunther Hißler sowie einem zuverlässigen Trupp versierter polnischer Handwerker - allesamt echte Könner -, ein spannendes und überaus lehrreiches Unternehmens-gründungseminar im Rathaus der Kurstadt, inspirierende Referenten bei verschiedenen Impulsvorträgen, Fortbildungsveranstaltungen und Fachtagungen, die Vier-Sterne-Auszeichung für unser Dienstleistungsangebot, dank vieler wertvoller Anregungen unserer Gäste und des effizienten Qualitätsmanagements Jahr für Jahr gute und sehr gute Gästebewertungen auf den relevanten Buchungsportalen, der gern gelesene Blog auf unserer Homepage, erfreulich hohe Belegungsquoten bis in die Jetzt-Zeit, der sukzessive Übergang zum Direkt-Marketing, unser mittlerweile zu stattlicher Informationsdichte gewachsener, hausgemachter digitaler Gästeführer, der sich immer besseren Zuspruchs erfreut, nicht zuletzt die "Reisen für alle"-Zertifizierung der barriere-armen Wohnung Regenbogen - das waren wesentliche Stationen der anhaltenden Erfolgsgeschichte unseres Ferienhofes. Sie erfüllte uns stets mit Freude, schafft viele gute Gelegenheiten für erbauliche Begegnungen mit netten Menschen aus aller Welt und macht uns im Rückblick ein wenig stolz.

Damit diese Geschichte weiter in die Zukunft geschrieben werden kann und aus dem Heute Perspektiven für das Morgen schafft, sind neue Projekte auf den Weg gebracht. Zum Beispiel wollen wir unseren Ferienhof noch nachhaltiger ausrichten - erste Schritte sind umgesetzt oder reifen und sind in der Mache.

Dürkheimer Meeresbrise: Gesund für den Menschen, aber Gift für den Sandstein

Der Gradierbau, im Volksmund auch kurz "Saline" genannt, hat eine viel längere, gleichwohl wechselvollere Geschichte. Er nutzt natürliche Ressourcen, die geologisch vor rund 45 Millionen Jahren durch den Einbruch des Oberrhein-Grabens und das dort eingeflossene, langsam verdunstende Meerwasser entstanden sind. Im 15. Jahrhundert ursprünglich zur Gewinnung von Salz, dem "Dürkheimer Gold", errichtet, dient der Gradierbau in seiner heutigen Form, ausschließlich als (derzeit einzige) Kureinrichtung Bad Dürkheims, die am 9. Oktober 2010 - nach zwei verheerenden Brandstiftungen - mit optimiertem Brandschutz in Betrieb genommen wurde. Die Wieder-Eröffnung ihrer "Saline", ein Herzensanliegen der Dürkheimer, jährt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal. Auch dieses Jubiläum kann aber - wie unseres - wegen der Corona-Pandemie nicht groß gefeiert werden.

Im Neuen Maxbrunnen aus 350 Metern Tiefe gefördert, wird das salzhaltige Heilwasser über 230.000 Schwarzdorn-Bündeln zu einem feinen Aerosol-Nebel verrieselt, der sich rund um das Freiluftinhalatorium ausbreitet. Zuvor wird es im Nordturm der Anlage aufwändig aufbereitet, von giftigen Arsen-Bestandsteilen gereinigt und auf Trinkwasserqualität gebracht. An die 500.000 Euro lässt sich die Kurstadt die Entarsenierung Jahr für Jahr kosten. Den Strom dazu wie zur Soleförderung liefert die riesige Photovoltaik-Anlage, die sich über das Dach der "Saline" erstreckt.

So gesundheitsfördernd diese Meeresbrise inmitten der Weinberge für den Menschen und seine Atemwege ist, so sehr setzt sie den Sandsteinquadern zu, die deshalb im Laufe der Jahre stark verwittern. Auch natürliche Wettereinflüsse wie Regenwasser, Wärme und Kälte nagen an dem Gemäuer, und selbst hochfeste Mörtelfugen brechen mit der Zeit aus. Deshalb müssen die Steinsäulen des einzigartigen Bauwerks nach und nach erneuert werden. Die Namen der Sponsoren lässt der Salinen-Verein als Geste des Dankes in die ertüchtigten Abschnitte einmeißeln.

160 Sandsteinsäulen verwittern zu "Salinengeistern"

Über die Jahre verwittert das Sandsteingemäuer des Gradierbaus zu "Salinengeistern". Foto: Salinen-Verein
Über die Jahre verwittert das Sandsteingemäuer des Gradierbaus zu "Salinengeistern". Foto: Salinen-Verein

Als wohl weltweit größtes Bauwerk seiner Art steht die Dürkheimer "Saline" unter Denkmalschutz. 160 Sandsteinsäulen verleihen ihr - neben der imposanten Holzarchitektur - ihren typischen Charakter.

An manchen Stellen schrumpft der in den Steinsäulen vermauerte Sandstein im Laufe der Jahre auf bis zu 20 Prozent des ursprünglichen Materials und bildet dabei bizarre Formen. Mit etwas Fantasie kann man darin die Gesichter und Fratzen der sog. "Salinengeister" erkennen. Sie schauen im Spiel von Licht und Schatten und der Steinmaserung mal lustig, mal komisch, manchmal auch grimmig drein und geben den steinernen Säulen Gesicht und Geschichte - bis sie aus ihnen befreit werden.


Der Besuch des Gradierbaus ist bei jedem Aufenthalt in Bad Dürkheim eigentlich ein Muss und ein ebenso interessantes wie gesundes und genussreiches Erlebnis.
Auf Informationstafeln an dem Bauwerk wird die Geschichte und Funktionsweise der "Saline" sowie die Sole-Förderung aus dem Erdreich erläutert.

Die "Saline" ist vom 01. April bis 30. September täglich von 10 bis 20 Uhr, in der übrigen Zeit von 10 bis 16 Uhr geöffnet, in der Winterpause vom 01.12 bis 10.01. aber ganz geschlossen. Witterungsbedingt kann es z. B. wegen Eisbildung auf dem Wandelgang zu weiteren Einschränkungen der Öffnungszeiten kommen.

Die TouristInformation Bad Dürkheim bietet unter dem Thema "Von der Salzgewinnung zum Kurbad" eine interessante Führung auf der und rund um die "Saline" an.

Der Eintrittspreis beträgt 1,50 € ab 13 Jahren. Mit der Gästekarte, die unsere Gäste obligatorisch erhalten, ist der Eintritt frei. 

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