· 

Der Pfälzer Weinjahrgang 2019: Wetterkapriolen zum Trotz

Der "Klimakämpfer" im Glas

Die ersten Flaschen des Pfälzer Weinjahrgangs 2019 sind abgefüllt, gespannt warten wir auf den ersten guten Tropfen im Glas. Einen Namen immerhin hat dieser Jahrgang schon: Der "Klimakämpfer" erinnert an den die Wetterkapriolen bis zur Traubenlese - und an die Klimakämpfer um Greta Thunberg.

Eine der ersten Amtshandlungen der Pfälzischen Weinhoheiten 2019/2020,  der Pfälzischen Weinkönigin Anna-Maria Löffler aus Haßloch sowie ihre Prinzessinnen Christina Fischer aus Göcklingen, Tamara Fränzle aus Meckenheim und Rosa Rummel aus Landau-Nußdorf, war die Wahl des Taufnamens für den Weinjahrgang 2019.

Der Pfalzjahrgang 2018 lässt gute Qualitäten erwarten. Ins Glas kommt der "Klimakämpfer".
Der Pfalzjahrgang 2018 lässt gute Qualitäten erwarten. Ins Glas kommt der "Klimakämpfer".

Mehr als 80 Vorschläge waren online bei Pfalzwein e.V. einge-gangen. Die Hoheiten haben sich für einen Vorschlag entschieden, der eines der Top-Themen des Jahres 2019 aufgreift: den Klima-wandel. Der Pfälzer Weinjahrgang 2019 heißt »Klimakämpfer«. Denn mit Frost, Hagelschauern, einem Tornado über Bobenheim am Berg, der auch durch 100 Hektar angrenzende Weinlagen wütete, sowie Hitzeperioden mussten die Pfälzer Winzer einige Wetterkapriolen durchstehen, bis die Trauben reif waren und geerntet werden konnten.

In froher Erwartung eines sehr guten Jahrgangs

Was man aus Winzerkreisen hört, dürfen wir - nach dem "Oechslekönig"-Jahrgang 2018 - erneut mit einem sehr guten Pfälzer Jahrgang 2019 rechnen. Zu Beginn der Lese waren das Erntegut gesund und frei von Pilzbefall. Der herrliche Altweibersommer, unterbrochen von einigen nicht zu üppigen Regenschauern, war für die Natur insgesamt sehr nützlich und dürfte den noch reifenden Trauben nicht geschadet haben. Ob die Erntemenge an das überraschende gute Ergebnis des Vorjahres reicht, bleibt abzuwarten.

Vom "Frosttrotzer" zum "Millenniumsdorgler"

Dem Weinjahrgang einen Namen zu geben, hat in der Pfalz gute Tradition, die nach einigen Jahren Unterbruch 2017, dem Jahrgang der "Frosttrotzer", wieder aufgelebt ist. Gern orientiert man sich dabei an der Großwetterlage während der Wachstumsperiode. So wuchs 2011 der "Wetterkünstler" heran, 2007 kam der "Frühreife" ins Fass, während der Jahrgang davor "Klimawandler" tituliert wurde. Lassen der "Sonnenbitzler" (2003) oder der "Goldene Herbst" (1985) auf gute Jahrgänge schließen,  so deuten "Regentrotzer" (1978) und "Spätzünder" (1956) auf ein eher durchwachsenes Weinjahr hin.

Auch Zeitgeschichte und die politische Großwetterlage spiegeln sich in den Pfälzer Jahrgangsnamen wieder. Der Jahrgang 1948 erinnert als "D-Mark-Hupser" an die Währungsreform, der 2001er heißt - in weiser Voraussicht auf die Währungsumstellung am 1. Januar 2002 - "Eurotiker". 1977 gab's den "Rentenseufzer", der Jahrgang 1979  wurde zum "Energiesparer" ernannt. 1990 kam der "Wiedervereiniger" in die Flasche, nachdem der Jahrgang zuvor schon als "Gorbi-Schoppen" Geschichte gemacht hatte.

Mit dem "Milleniumsdorgler" (1999) waren die Pfälzer ihrer Zeit sogar voraus, denn mit ihm konnte man erst in der Silvesternacht 2000/2001 auf die richtige  Jahrtausendwende anstoßen. Der Sekt perlte dann sicher fein im Glas ... 1999 war "Milleinnium" ja auch das "Wort des Jahres".

Kommentar schreiben

Kommentare: 0