Die neue Kunsthalle Mannheim

Die Kunst-Stadt in der Quadrate-Stadt

Der Bundespräsident durchschritt schon das Atrium unter dem lichtdurchfluteten Glasdach, nicht nur Kunstinteressierte warfen in und aus einer inspirierenden Architektur neue Blicke auf Schlüsselwerke der Sammlung. Am 01. Juni 2018 wird die "Stadt in der Stadt", die neue Kunsthalle Mannheim, offiziell eröffnet.

Prominent am Friedrichsplatz gegenüber dem sandsteinernen Was-serturm gelegen, ist anstelle des ehemaligen Erweiterungsbaus in zweieinhalb Jahren Bauzeit ein mit bronziertem Edelstahlgitter verhängter Baukörper entstanden, der an das Urgemäuer des Muse-ums, ein kolossales Jugendstilgebäude, anschließt. Ausgehend von einer Stiftung der jüdischen Eheleute Aberle, war hier Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Gründungsdirektor Fritz Wichert eine der renommiertesten bürgerschaftlichen Sammlungen der Moderne entstanden.

"Kunst für alle" - ein Ort der intelligenten Erholung

Unter dem Motto "Kunst für alle" entwickelte der demokratische Museumsmacher didaktische Ausstellungen und eine „Akademie für Jedermann“ für die bildungshungrige Arbeiterschaft der badischen Industriemetropole. Bis heute versteht sich die Kunsthalle Mannheim als ein besonderer Ort der Bildung und intelligenten Erholung – mit spielerischem, dialogischem und experimentellem Zugang., neuerdings auch digitalisiert.

"Museum in Bewegung" mit einem reichem Fundus

Den Neubau der Kunsthalle Mannheim hat das Hamburger Planungsbüro gmp (von Gerkan Marg und Partner) als „Stadt in der Stadt“ konzipiert. In direkter Nachbarschaft zu den berühmten Innenstadt-Quadraten gruppieren sich um das Lichtatrium in sieben Kuben frei stehende Ausstellungshäuser unterschiedlicher Dimension, die über Gassen, Brücken, Stege und Terrassen miteinander verbunden sind und die urbane Umgebung über faszinierende Blickachsen einbinden. Das Zusammenspiel von Architektur, Ausstellungen und Künstlerprojekten ergibt einen lebendigen und faszinierenden Begegnungsort zwischen Menschen, Kunstwerken und aktuellen Diskursen.

In diesem spannenden Raumgefüge möchte die Kunsthalle Mannheim nach dem Konzept der Direktorin Dr. Ulrike Lorenz ihre Sammlung aktivieren und neue Werke und Themen in immer wieder überraschenden Konstellationen präsentieren und ihre Gäste in Bewegung versetzen - physisch, geistig und emotional. Sie will anregen und aufregen, begeistern und verzaubern.

Édouard Manet: Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko - eines der Meisterwerke in der Sammlung der Kunsthalle Manneeim.  Foto: Kunsthalle Mannheim
Édouard Manet: Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko - eines der Meisterwerke in der Sammlung der Kunsthalle Manneeim. Foto: Kunsthalle Mannheim

Den Grundstock dafür bildet der reiche Museumsfundus. Angewachsen auf heute ca. 1.900 Gemälde, 850 Werke aus dem Bereich Skulpturen und neue Medien sowie ca. 33.000 Blatt Handzeichnungen, Aquarelle und Druckgraphiken, beherbergt die Kunsthalle Meisterwerke von Édouard Manet bis Francis Bacon, von Auguste Rodin über Henry Moore bis hin zu Richard Long und Thomas Hirschhorn. Der Funduskatalog liest sich wie ein Who-is-who der Kunstszene des 19. und 20. Jahrhunderts: Max Beckmann, Paul Cézanne, Otto Dix, Lyonel Feininger, Caspar David Friederich, Paul Gaugin, Alberto Giacometti, George Grosz, Wassily Kandisky, Ernst Ludwig Kirchner, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Edvard Munch, Emil Nolde, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Max Slevogt, Henri de Toulouse-Lautrec, Heinrich Zille ..., um nur einige zu nennen.

Grand Openeing mit zwei Sonderausstellungen

Mit dem Grand Opening startet die Kunsthalle am 01. Juni 2018 den ersten Blockbuster auf über 1.000 Quadratmetern: Der Kanadier Jeff Wall, einer der bedeutendsten Konzeptphotographen unserer Zeit, Pionier und Klassiker der inszenierten Fotografie zugleich, wurde vor allem bekannt mit seinen großformatigen Leuchtkästen und seiner Schwarz-Weiß-Fotografie.

Die zweite Sonderausstellung im Neubau wird sich – ganz im Sinne der modernen Industriestadt Mannheim – dem Einfluss der Ökonomie auf die internationale Kunst im frühen 20. und im frühen 21. Jahrhundert widmen. Sie spürt aus heutiger Krisenperspektive der künstlerischen Reflektion von Arbeit und ihrem Verschwinden, den Verhältnissen von Mensch, Maschine, Geld und Gesellschaft nach.

Mit der Straßenbahn in die Mannheimer Innenstadt

Die Kunsthalle Mannheim ist von Bad Dürkheim aus bequem und stressfrei mit der Straßenbahn zu erreichen (bis Mannheim Hauptbahnhof, dann zu Fuß zum von Weitem sichtbaren Wasserturm). Vom Friedrichsplatz aus sind es nur ein paar Gehminuten zu den schicken Geschäften, Kaufhäusern, Restaurants und Bistros in den Quadraten und auf den Planken. Shopping und Kunsterlebnis liegen nahe beieinander.

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