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Gegen den Durst in den warmen Sandsteinmauern der Klosterruine Limburg

Schorle unter'm Lederhülsenbaum

Zwei Jahre nach dem Brand in der Klosterschänke muss in der ehemaligen Benediktinerabtei Limburg nicht länger Durst gelitten werden. Seit kurzem ist der Klostergarten wieder bewirtschaftet - zum Segen für Wanderer wie Besucher des Dürkheimer Wahrzeichens, einem Denkmal der romanischen Baukunst. 

Die Klosterruine Limburg - nicht nur aus der Vogelperspektive ein monumentales Bauwerk.

Doppelte Premiere: Zur Erstaufführung des diesjährigen Theaterspiels im Limburg Sommer "Auf der Kippe" versorgte das Team um den Gastronomen Thomas Papadinas erstmals die Gäste mit Pausen-Secco und kleinen Snacks im idyllischen Klostergarten. Im Schatten des prägenden Lederhülsenbaums, der eigentlich in Nordamerika zu Hause ist, wollte auch die Schorle wieder richtig schmecken. Denn sie wird zum volkstümlichen Preis von 3,50 Euro angeboten - im pfälzischen Halbliter-Dubbeglas, versteht sich. Und der Wein, ebenfalls zu moderaten Preisen, stammt ausschließlich von Bad Dürkheimer Lagen.

Eine teures, zu warmes Schorle im falschen Glas erregt den Pfälzer Volkszorn

Ein offenbar mit den hiesigen Verhältnissen nur unzulänglich vertrauter Caterer, der sich im vergangenen Jahr provisorisch mit der Verköstigung der Gäste des Limburg Sommers versucht hatte, zog den Pfälzer Volkszorn auf sich, weil er 4,50 Euro für die Schorle im kleinen untypischen Viertelliter(!)-Ballon(!)glas verlangte. Zudem führten Leserbriefe bittere Klage über den aus Rheinhessen importierten Schorlewein, der wie das Mineralwasser auch noch kaum gekühlt war.

Mehr Missachtung der ortsüblichen Gepflogenheiten in punkto frischer süffiger Schorle geht beinahe nicht! Der Caterer war seither nicht mehr wieder gesehen.

Laue Sommerabende in roten Sandsteinmauern

Das wird nun, wie wir uns selbst überzeugen konnten, alles besser unter der Ägide des Gastronomen mit griechischen Wurzeln, der in der Pfalz schon manche Wirtschaft erfolgreich geleitet hat. Neben ordentlich gekühlten Getränken werden auch kalte und warme Speisen angeboten. Gern dürfen Gäste aber auch ihr eigenes Vesper mitbringen und in den roten Sandsteinmauern des Europäischen Kulturdenkmals verzehren.

Sie heizen sich tagsüber gern durch die Sonneneinstrahlung auf und machen auch an kühleren Abenden den Ausflug zur Klosterruine zu einem lauen Sommervergnügen in luftiger Höhe über der Kurstadt. Eine prächtige Aussicht über Bad Dürkheim und ins Rheintal bis Ludwigshafen und Mannheim lohnt den Ausflug allemal.

Stadt sucht neuen Pächter für die renovierte Klosterschänke

Die Klosterschänke wurde bei dem Brand in der Nacht zum 14. Juli 2017 stark beschädigt, der Wirt musste dabei sein Leben lassen. Die Renovierung des Anbaus an die Klostermauern, zu dem neben den Gastronomieräumen auch eine Wohnung gehört, wurde mittlweile abgeschlossen. Die Schänke wird von der Stadt zur Verpachtung ausgeschrieben und soll bis spätestens Anfang 2020 wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Dann dürfte Hochzeitspaaren wohl auch die Krypta des Benediktiner-Klosters wieder offen stehen, um dort in auf historischem Grund und in feierlicher Atmo-sphäre den Bund für's Leben zu schließen. 


Der Bier- und Weingarten in der Klosterruine Limburg ist in den Sommermona-ten mittwochs bis sonntags und an Feiertagen von 12 bis 19 Uhr, bei schönem Wetter (und dann gutem Besuch) auch bis 21 Uhr geöffnet.

Die ehemalige Benediktinerabtei ist auf Wanderwegen zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut zu erreichen, kann an veranstaltungsfreien Tagen aber auch mit dem Auto angefahren werden. Parkplätze finden sich unter großen schattenspenden-den Bäumen.

Die Tourist Info Bad Dürkheim bietet interessante Führungen durch die salische Klosteranlage an, in der einst die Reichskleinodien verwahrt waren. Dann ist auch die Krypta zugänglich.

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