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20 Pinselohren im Pfälzerwald ausgewildert

Luchse im angestammten Revier

Tarda und Lycka heißen die beiden Luchsdamen aus der Schweiz, die seit 20. März den Pfälzerwald durchstreunen. Damit sind seit 2016 im Biosphärenreservat 20 Luchse zur Gründung einer neuen Population der Wildkatze ausgesetzt worden. Sie sorgten tatsächlich auch schon für reichlich Nachwuchs.

Der Luchs ist im Pfälzerwald wieder zu Hause. Foto: SNU Rheinland-Pfalz.
Der Luchs ist im Pfälzerwald wieder zu Hause. Foto: SNU Rheinland-Pfalz.

Das Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz hat damit einen wichtigen Meilenstein genommen. Die Umsiedlungen sind damit vorerst abgeschlossen. Die Luchse, entweder in der Schweiz oder in den slowakischen Karpaten eingefangen, bevölkern nun ein Revier, wo sie bis zu ihrer Ausrottung ausgangs des 18. Jahrhunderts immer schon zu Hause waren. Für den Menschen gehrt von den scheuen Tieren keine Gefahr aus.

Luchsdame Lycka ganz im Glück mit Dürkheimer Paten

Offensichtlich fühlen sich die Luchse in ihrem angestammten Lebensraum auch heute wohl, denn die ausgewilderten Tiere haben seit 2016 mindestens zehn Luchskinder mit Geburtsort Pfälzerwald gezeugt - die genaue Zahl kennen die Projektverantwortlichen nicht, weil die Jungtiere von ihren Müttern meist wohl behütet und gut versteckt werden.

Neben der erfolgreichen Nachwuchspflege gab es aber auch Rückschläge: Ein Tier starb eines natürlichen Todes, während Lucky, einer der ersten ausgesetzten Kuder und Vater der ersten Pfälzerwald-Nachkommen, auf der Jagd nach einem Reh von einem Auto erfasst wurde. Er scheint ein recht unternehmungslustiger und liebeshungriger Geselle gewesen zu sein und machte sich mit kuriosen Begebenheiten einen Namen, während seine Artgenosse Cyril als Schwimmer für Furore sorgte

Wie Lucky trägt auch Lycka (schwedisch: Glück) die Hoffnung des Projektteams auf eine erfolgreiche Wiederansiedlung ins Revier. Die Luchsdame, 2010 im Schweizer Kanton Neuenburg geboren, ist mit gut 20 Kilogramm ein kräftiges und auch erfahrenes Tier. Ihre Umsiedlung wurde von dem Dürkheimer Unternehmen Wilhelm Eder GmbH, das "Im Bruch" Fässer sowie Halz- und Gartenmöbel herstellt, gesponsert.

Für das Projektteam ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen: Die umgesiedelten Luchse tragen alle ein GPS-Sendehalsband, um ihre Wiederansiedlung begleiten und überwachen zu können.


In unserem Blog berichten wir schon öfter über das Projekt. Hier finden Sie die teilweise abenteuerlichen Berichte.  

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