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Bis Ende April: Die "rosaroten Wochen" der Pfalz - Update

Mandelbäume blühen trotz Corona-Virus

Allenfalls den Wurstmarkt sehnen Besucher der Pfalz so sehr herbei wie die Man-delblüte, die im März und April die Deutsche Weinstraße in Pastellfarben taucht.
Bad Dürkheim ist - abseits vom Zentrum und doch mittendrin im Blütenrausch - ideal, um das einzigartige Frühlingserwachen genussreich zu erleben.


Update 31.03.20: Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der Corona-Epidemie  Führungen und Veranstaltungen rund um die "rosaroten Wochen" vorerst bis einschließlich 19.04.2020 nicht stattfinden können.


Zwar wurde das Gimmeldinger Mandelblütenfest, das zuletzt an die 30.000 Besucher an einem März-Wochenende in den Neustadter Teilort lockte, in diesem Jahr unter dem Eindruck der Corona-Pandemie aus präventiven Gründen abgesagt,  doch die Farbenpracht des Pfälzer Frühlings lässt sich nicht aufhalten: Die Mandelbäume blühen trotzdem. Zu den "rosaroten Wochen" der Pfalz gibt's in diesem Jahr sogar einige Neuerungen.

Mandelbäume und Weinreben vertragen sich gut und prägen entlang der Deutschen Weinstraße das typische Landschaftsbild. Foto: Pfalz-Tourisrik
Mandelbäume und Weinreben vertragen sich gut und prägen entlang der Deutschen Weinstraße das typische Landschaftsbild. Foto: Pfalz-Tourisrik

Pfälzer Mandelpfad von Bad Dürkheim bis Bockenheim verlängert

Dieses Jahr ist das Schauspiel noch beeindruckender, denn der Pfälzer Mandelpfad wurde von Bad Dürkheim bis an das nördliche Ende der Deutschen Weinstraße verlängert und erstreckt sich nunmehr über rund 100 Kilometer von Schweigen-Rechtenbach bis nach Bockenheim. Hierfür wurden in den vergangenen Monaten bereits mehr als 200 Mandelbäume gepflanzt, weitere werden in diesem Jahr folgen.

Neu in Bad Dürkheim: Mandelbaum-Patenschaften

Bad Dürkheim unterstützt diese Initiative tatkräftig. Seit Herbst 2019 werden zwischen der Michaelskapelle und bis an die nördliche Gemarkungsgrenze bei der Römervilla Weilberg Mandelbäume gepflanzt. Dafür bietet die Kurstadt sogar Mandelbaum-Patenschaften an. Wer dieses besonders frühblühende Steinobst sein eigen nennen will, kann sich auch die günstigen Standortbedingungen im mediterranen Klima der Pfalz sichern. 

Mandelblüte Pfalz Bad Dürkheim
Die "Perlen der Weinstraße" zieren alleeartig die Bundesstraße zwischen Bad Dürkheim und Wachenheim. Fotos: Klaus Kochendörfer

Die Kurstadt liegt nun also mitten am Mandelpfad. Man könnte sogar meinen, der Mandelpfad habe sein Zentrum im Dürkheimer Kurpark, um dessen Gradierbau sich im Frühjahr die feurige Pracht einer Wildkirschensorte entfaltet. Weit gefehlt - sie ist zwar artverwandt mit der Mandel und mit ihr just zur selben Zeit in betörend üppiger Blüte, doch die wahrhaftigen "Perlen der Weinstraße", eine allerdings ungenießbare Bitter-Mandelsorte, finden sich eher außerhalb der Stadt. Sie stehen - unweit von unserem Ferienhof - am Wanderweg entlang der Bundesstraße zwischen Bad Dürkheim und Wachenheim beim "Weinstraßenfenster". Alleeartig gepflanzt, legen sie den Bergfuß unterhalb des Flaggenturms alle Jahre wieder in eine zauberhafte Pracht.

Unser Tipp: Mandelbäume blühen nicht nur am Wochenende, wenn die Weinstraße von frühjahrslaunigen Besuchern (über-)bevölkert wird. Der wahre Genießer ge-nießt Natur und echt Pfalzer Flair, wenn er es einrichten kann, in aller Gemüts-ruhe an den Tagen unter der Woche.

Gut zwei Wochen früher

Je nach Sorte: Mandelbäume strahlen in Weiß über Hellro-sa bis hin zu einem kräftigen Rosa-Rot um die Wette, wäh-rend der Frühling andernorts noch letzte Scharmützel mit dem Winter ausficht.

Wann genau das Naturschau-spiel stattfindet und die Man-delblüten aufbrechen, hängt von den Witterungsbedingun-gen zum Jahresbeginn ab - irgendwann zwischen März und April.

Gewiss ist allerdings, dass dank des milden Klimas der "Toskana Deutschlands" Pfälzer Mandelbäume als erste erblühen, gut zwei Wochen vor anderen der Republik. 


Das rosarote Leuchten

Die Wachtenburg  im rosaroten Lichterglanz.
Die Wachtenburg im rosaroten Lichterglanz.

Seit 2010 haben die schmucken Weindörfer ent-lang der Deutschen Weinstraße besondere Man-delblüten-Akzente gesetzt: Burgen, Schlösser und Sehenwürdigkeiten präsentieren sich im März und April entlang des Haardtrandes ab Einbruch der Dunkelheit in rosa Lichterglanz. Am eindrucksvollsten erschließt sich dem Gast die beeindruckende Illumination vielleicht mit einer Abendrundfahrt im Oldtimer-Bus (siehe unten).




Genussreiche Ausflüge

Während der Pfälzer Mandelwochen finden entlang der Weinstraße zahl-reiche genussreiche Veranstaltun-gen rund um die Steinfrucht und den (Rosé-) Wein statt, die komplett im Internet hier dokumentiert sind. Nachfolgend eine Auswahl von rosa-roten Ausflügen in der nahen Um-gebung Bad Dürkheims:

Mandelblüte Pfalz Oldtimerbus Rosarote Tour Bad Dürkheim
Im Oldtimer-Panoramabus lässt sich die Pfälzer Mandelblüte gemütlich genießen Dazu gibt's Roséwein und Mandelgebäck. Foto:Stadt Bad Dürkheim

Rosarote Ausblicke

Auf der Genuss-Tour „Rosa Aus-blicke" geht es auf den 333 Meter langen Gradierbau, zum Essen im größten Fass der Welt und mit dem historischen Oldtimer-Panorama-bus auf eine Tour entlang von Wein-bergen mit Mandelbäumen, Burgen und Schlössern der Deutschen Wein-straße. Das Programm der Abend-touren ist das gleiche, nur in ande-rem zeitlichem Ablauf und mit dem ein oder anderen sehenswerten beleuchteten Gebäude.

Tagestouren: wegen Corona-Epidemie nur noch am 25. und 26. April , 11 bis 16 Uhr

Abendtouren: bishr nur noch am 25. April geplant, 17 bis 22 Uhr

Anmeldung: Tourist Information

Treffpunkt: am Eingang zum Gradierbau Bad Dürkheim

Auf Floras Spuren

Entdecken Sie den Kurpark im Frühlingskleid und seine Attraktion mit dem Bachbett der Isenach, die an Brücken sowie Sandsteinbecken vorbeifließt und über Kaskaden plätschert. Auf Floras Spuren öff-nen zwei herrschaftliche Gutsgär-ten mit botanischen Raritäten ex-klusiv für Gäste dieser Führung ihre Tore. Unterwegs werden Sie mit Pfälzer Köstlichkeiten (Süßes und Flüssiges) verwöhnt. So schmeckt der Pfälzer Frühling!

voraussichtlich nur noch am 24.04.2020, 14 bis 16 Uhr

Treffpunkt und Anmeldung: Tourist Information

Wein und Mandeln

Die Frühlings-Genusstour führt
entlang der schönsten Mandelbaum-Meile Bad Dürkheims und zum ro-mantischen Flaggenturm mit Rund-um-Panoramablick über Weinberg-terrassen, Rheinebene und den Pfälzerwald. Geschichten rund um die Mandel, das mediterrane Klima, Wein, Pfalz und Geologie. Mit Be-grüßungs-Secco, 4-teiliger Wein-probe und Leckereien rund um die Mandel.

wegen Corona-Epidemie nur noch am 25. April  2020, 13.30 bis 16.30 Uhr

Anmeldung: Tourist Information

Treffpunkt: Amtsplatz Bad Dürkheim (beim Polizeirevier)

Steinfrucht mit Migrationshintergrund

Die Mandel, die wir essen, ist der Same des Baumes, umge-ben von einem harten Kern  und dem dünnen Fruchtfleisch, das während der Reife aufplatzt und meist abfällt.
Die Mandel, die wir essen, ist der Same des Baumes, umge-ben von einem harten Kern und dem dünnen Fruchtfleisch, das während der Reife aufplatzt und meist abfällt.

Die Mandel zählt zu den Rosengewäch-sen (lat. Pru-nus dulcis) und wird bereits im Alten Testa-ment  im Buch Mose erwähnt. Als Ursprungs-region des Man-delbaums gelten Kleinostasien bis Mittelasien, also das Gebiet des heutigen Iran und Afghanistan. Von dort breitete sich die Mandel in Zentralasien (China) und über die heutige Türkei und Griechenland nach Afrika und Europa aus. Mit den Römern kam die Mandel - wahrscheinlich als schattenspendende Begleitkultur zu Reben - weiter zunächst nach Nordafrika sowie Italien, später in das südwestliche Europa und auch in die Vorder- und Südpfalz. Dort fühlt sie sich im Windschatten des Pfälzerwaldes sicht-lich wohl. 

Im 15. Jahrhundert wurde von Kurfürst Friedrich IV., unter dessen Ägide der Friedrichsbau des Heidelberger Schlosses entstand, angeordnet, in den Weinbergen Mandeln und Walnüsse anzubauen. Ziel war, die Einkommen der Landbevölkerung zu erhöhen und zeitlich in die Wintermo-nate auszuweiten. Diesem Ziel diente auch der Auftrag des Bischofs von Speyer, rund um das heutige Hambacher Schloss Man-delbäume anzupflanzen. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden 1.500 kg Mandeln (mit Schale) am Großmarkt in (Bad) Dürkheim angeliefert.

Während die essbare Süßmandel (Prunus amygdalis dulcis) meist weiß oder hellrosa blüht, chargiert die aktiver blühende Bittermandel (Prunus amygdalis amara) zwischen Rosa und Dunkelrosa. Die meis-ten Schmuckbäume in der Pfalz sind heute Bittermandeln. Ihre Samen sind nur sehr bedingt genießbar und enthalten oft in hohen Konzentrationen das Gift Amygda-lin, aus dem durch enzymatische Zersetz-ung die sehr giftige Blausäure entsteht.

Die größte Mandelplanatage der Pfalz

Die Süßmandel wird aber in den letzten wieder verstärkt kultiviert - auch im Garten unseres Ferienhofes.

Die größte Mandelplantage der Pfalz be-findet sich auf Freinsheimer Gemarkung. Dort hat die Familie Oberholz Anfang der 1990er-Jahre begonnen, die  Steinfrucht professionell anzubauen und zu kultivie-ren. Die Ernte von über 1.200 Bäumen wird über einen Hofladen und im Feinkosthandel vertrieben. Die Tour mit dem Oldtimer-Bus ab Bad Dürkheim (siehe nebenste-hend) fährt u. a. an dieser vor allem im Frühjahr sehenswerten Plantage vorbei.

Kaffemühle Bad Dürkheim Mandelblüte
Der Aussichtsturm über der Kurstadt, das Kaffeemühlchen, hat in der Mandelblüte einen besonderen Reiz. Foto: Stadt Bad Dürkheim


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