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"Medicus": Eine Sonderausstellung im Historichen Museum zu Speyer - Update

5.000 Jahre bis zur Corona-Pandemie

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer, über die Region hinaus bekannt für seine hochspannenden Sonderausstellungen, zeigt vom 05. September 2020 bis 21. Juni 2021 eine kulturhistorische Schau der Geschichte der Medizin. Es geht um ernste, ja todernste Dinge, präsentiert in schlüssiger Dramaturgie.

Noah Gordons Erfolgsroman "Der Medicus" Ist Aufhänger der Sonderausstellung .Grafik: Historisches Museum Speyer
Noah Gordons Erfolgsroman "Der Medicus" Ist Aufhänger der Sonderausstellung .Grafik: Historisches Museum Speyer

Es ist die Welt der Bader und Quacksalber, in der der junge Rob Cole, der Held des Erfolgs-romans „Der Medicus“, auf-wächst.  Sein Wunsch, kranke Menschen zu heilen und sein Verlangen nach Erkenntnis, führt ihn von Europa in den Orient, wo er durch die arabi-schen Gelehrten auf das medi-zinische Wissen der Antike trifft

Bezugnehmend auf die mitreißende Erzählung von Noah Gordon, deren Verfilmung im Jahr 2013 Millionen Menschen begeisterte, zeigt das Historische Museum der Pfalz in Speyer, das gerade seinen 150. Geburtstag feierte, ab 8. Dezember 2019 eine einzigartige kulturhistorische Schau zur Geschichte der Medizin. Durch ausgewählte Zitate aus dem Buch wird immer wieder ein Bezug hergestellt. Auch der beschrittene Weg vom Mittelalter ins Altertum und wieder zurück gibt der Ausstellung eine schlüssige Dramaturgie. Am Ende der Zeitreise in Sachen Heilkunde steht dann das Aufkommen der anatomischen Forschung bei Andreas Vesal, das der Medizin neue Wege wies.

Vom Altertum zur Gegenwart: Heilkundliches Wissen aus 5.000 Jahren

Die Sonderausstellung nutzt den literarischen Zugang, um die komplexe und faszinierende Entwicklung des medizinischen Fortschritts anhand von sehr anschaulichen, kostbaren Originalexponaten in fesselnder Weise zu vermitteln. Sie spannt den Bogen vom Altertum bis zur Gegenwart und zeigt, wie das antike Wissen über Rom und Byzanz in den arabischen Raum gelangte und im 11. Jahrhundert zurück nach Europa kehrte, wo es auf die Welt der Klostermedizin traf.

Die Besucher begegnen Heilkundigen des Mittelalters und Ärzten der Neuzeit, können sie in einer digitalen Sprechstunde gar persönlich konsultieren. Sie lernen das medizinische Wissen der antiken Welten kennen und erhalten einen Ausblick auf die wissenschaftliche Forschung der Zukunft. 

Auf den Spuren des Medicus begibt sich die Ausstellung auf die Suche nach dem medizinischen Wissen verschiedenster Zeiten und Kulturen und führt so Zeugnisse ganz unterschiedlicher Herkunft aus mehr als 5.000 Jahren erstmals in einem Ausstellungskontext zusammen.

Aus gegebenem Anlass wird auch eine eigene Sektion gezeigt, die die Covid-19-Infektionskrankheit in die Historie großer weltumspannender Epidemien einordnet. War schon die Urfassung ein Gewinn mit der Einsicht, dass die Medizin ein Zeitphänomen ist und heute noch scheinbar allgemeingültige Deutungen und Methoden morgen schon überholt sein können, so zeigt die neue Version im Blick auf den Umgang mit Corona erst recht, wie relativ und fragmentarisch unser Wissen in Sachen Erforschung von Krankheiten und der Heilung sein kann.

Teil 10 der Video-Sequenzen zur Ausstellung zeigt die Ergänzung zur Corona-Pandemie.


Die Ausstellung war wie das gesamte Museum wegen der Corona-Pandemie lange geschlossen. Es ist den Kuratoren aber gelungen, in intensiven Gesprächen mit den Leihgebern eine Verlängerung zu vereinbaren. Die Wiedereröffnung erfolgte am 05. September 2020.

Die Ausstellung ist auch schon vor der Corona-Krise auf großes Interesse gestoßen, was teilweise zu Schlangen vor der Museumskasse führte, die unter Corona-Bedingungen vermutlich noch länger werden.

Über die Internetseite des Historischen Museums ist eine zehnteilige Videoserie zur Ausstellung abzurufen.

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