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Otto Dill - ein unterschätzter Impressionist aus der Pfalz

Nicht nur der Maler der Löwen und Pferde

Er stand zeitlebens im Schatten von Max Slevogt, doch er war nach ihm wohl der einzige bedeutende Impressionist in der Pfalz: Otto Dill, hierzulande auch als der "Löwen-Dill" bekannt - und gerne unterschätzt. Ihm widmet die Schloss Villa Ludwigshöhe eine Ausstellung mit erstmals öffentlich gezeigten Werken. 

Blick auf den Tiber in Rom (1926) Fotos: Landesmuseum Mainz
Blick auf den Tiber in Rom (1926) Fotos: Landesmuseum Mainz

Die Ausstellung ist bis 28. Juli in der Max-Slevogt-Ga-lerie zu besichti-gen und zeigt ne-ben Werken aus dem Fundus des Landesmuseums Mainz hauptsäch-lich  Bilder aus einer ungenannten Pfälzer Privat-sammlung. "Tier und Landschaft" hat man die Zu-sammenstellung genannt, die genauso unprätentiös daherkommt wie der Titel der Ausstellung.

Der "Löwen-Dill" - ein Ehrenbürger Bad Dürkheims

Löwen im Tiergarten - eine von Hunderten von Darstellungen des Königsder Tiere aus der Hand von Otto Dill.
Löwen im Tiergarten - eine von Hunderten von Darstellungen des Königsder Tiere aus der Hand von Otto Dill.

Otto Dill wurde 1884 als zweiter von fünf Kindern der Familie des König-lich-.Bayerischen Postbeamten Hein-rich Dill und seiner Frau Margarethe in recht ärmliche Verhältnisse geboren. 1908 bis 1914 studierte er an der Münchner Akademie, war Meisterschü-ler des bekannten Tiermalers Heinrich von Zügel und später Mitglied der Münchner Sezession.

Von der bayrischen Metropole zu-nächst zurück nach Neustadt gezogen, verstarb Otto Dill 1957 in Bad Dürk-heim, seinem letzten Wohnsitz. Zehn Jahre zuvor hatte die Kurstadt ihn zum  Ehrenbürger ernannt.

Hunderten von Darstellungen von Löwen, aber auch Tiegern, verdankt der Künstler seinen Spitznamen "Löwen-Dill". In Wüsten- und Beduinenszenen, Stierkampf-studien und Landschaftsmalerei verarbeitete er seine Eindrück von Reisen nach Nordafrika, Italien, Spanien und Frankreich.

Beliebte Sujets waren auch Pferderennen und Polospiele. Studien kraftvol-ler Kaltblüter gehören zu seinen wohl ausdruckstärksten Gemälden. Das Pferd als Arbeitstier, als Sportgerät, eingespannt vor der Kutsche oder beritten als Be-gleiter bei Ausflügen - mit heftigen Pinselstrichen porträtierte der Kavallerist des Ersten Weltkriegs das Pferd.  Dill galt als ebenso hervorragender wie begeis-terter Reiter.

Vierspänner. Dills Pferde-Porträts gehören zu den wohl ausdrucksstärksten Gemälden des Dürkheimer Ehrenbürgers. Foto: Otto-Dill-Museum, Neustadt an der Weinstraße
Vierspänner. Dills Pferde-Porträts gehören zu den wohl ausdrucksstärksten Gemälden des Dürkheimer Ehrenbürgers. Foto: Otto-Dill-Museum, Neustadt an der Weinstraße

Die Eintrittskarte zur Max-Slevogt-Galerie im Schloss Villa Ludwigshöhe berechtigt während der Aussstellungsdauer bis 27. Juli 2019 auch zum Eintritt in das von einer Stiftung getragene Otto-Dill-Museum in Neustadt/Weinstraße.

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