Zum 150. Geburtstag von Max Slevogt

Meister des Lichts

Max Slevogt, neben Max Liebermann und Lovis Corinth herausragender deutscher Impressionist, wurde vor 150 Jahren geboren. Das Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern eröffnet den Reigen der Jubiläumsausstellungen  mit einem Überblick über das malerische und grafische Schaffen des Meisters des Lichts.

Max Slevogt: Selbstbildnis
Max Slevogt: Selbstbildnis

Die Pfalzgalerie schöpft  aus einem hochkarä-tigen Fundus von über 500 Blättern des Malers, der am 8. Oktober im niederbayerischen Landshut geboren und dem die Pfalz nach seiner Heirat mit Antonie ("Nini") Finkler 1898 aus Godramstein zur zweiten Heimat wurde.

 

Retrospektive aus Museumsbeständen

Aus diesem museumseigenen Bestand wählte Kurator Heinz Höfchen hundert Werke aus. Sie dokumentieren mit herausragenden Beispielen die künstlerische Entwicklung des Wahl-Pfälzers von seinen akademischen Anfängen in München über seine Berliner Zeit bis hin zu seinen berühmten Landschaftsbildern, auch der Pfalz. 

Als Grafiker begründete Slevogt zählt Slevogt zu den wichtigsten Buchillustration des 20. Jahrhun-derts. Er illustrierte James Coopers "Lederstrumpf" oder auch eine von Goethe übersetzte Autobiografie des Renaissance-Künstlers Cellini. Bereits mit seinen ersten Grafiken zeigt sich Slevogt, der seine Grafiken direkt auf den Stein zeichnet, als Meister der Kreidelithografie. Mit dieser Technik lassen sich  beim Druck besondere Licht- und Schatteneffekte erzielen.

In München noch mäßig erfolgreich, avancierte Max Slevogt nach seinem Umzug nach Berlin 1901 rasch zu einem gefragten Porträtmaler. Max Liebermann hatte ihn neben Lovis Corinth zur Berliner Secession gelockt. Der Freund wurde selbst zum Objekt von Slevogts Porträtkunst - vielleicht eines der eindrücklichsten Liebermann-Bildnisse, das ihn mal nicht in Kreisen der Berliner High-Society zeigt, sondern einfach als Mensch.

Familie Slevogt im Garten des Landhauses in Godramstein.
Familie Slevogt im Garten des Landhauses in Godramstein.
Slevogt-Hof Leinsweiler Pfalz Max Slevogt
Idyllisch gelegen: der Slevogt-Hof oberhalb Leinsweiler.

Der Slevogt-Hof

Max Slevogts Wohnsitz in Neukastel oberhalb von Leinsweiler, an dem sich der Künstler sehr wohlfühlte, ist heute im Privatbesitz eines Archi-tekten und wird derzeit liebevoll restauriert. In absehbarer Zeit soll der Slevogt-Hof teilweise wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein. Geplant
ist neben einer Gaststätte und Fremdenzimmern auch ein kleines Museum mit Raritäten des deut-schen Impressionismus'. U. a. sind Wand- und Deckengemälde des Künstlers erhalten. die er in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts schuf.


Kamen seine Gemälde anfangs noch überwiegend in oft eher düsteren Ockertönen daher, so entwickelte Slevogt in Berlin zunehmend seinen von fremden Einflüssen freien und in der Materie kompakten Malstil, in dem Farbgebung und -komposi-tion fest aufeinander abgestimmt sind. Weiterhin vielseitig auch als Bühnenbildner, Kostümdesigner oder Illustrator ("Alibaba und die 40 Räuber") engagiert, gelangte Slevogt mit seinen lichten Impressionen zum Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens.

Der Freilichtmaler auf dem Höhepunkt seiner Kunst

In diese sehr produktive Zeit des Künstlers fallen Landschaftsmotive, die u. a. die Pfalz in ihren schönsten Farben und Facetten zeigen. So entsteht auch ein ganzer Gemäldezyklus vom "Landhaus in Godramstein", dem Haus der Schwiegereltern - berühmt das auch in der Kaiserlauterer Ausstellung gezeigte Familienbild im dortigen Garten. Von der Terrasse seines geliebten Wohnsitzes lässt er uns zu allen Jahreszeiten teilhaben am stimmungsvollen Ausblick über die friedvolle Landschaft zwischen Reben und Wald. 

21 Bilder malt Slevogt auf einer offensichtlich inspirierenden 40tägigen Ägyptenreise. Eines davon, die "Hafeneinfahrt von Syrakus", wird in Kaiserslautern gehütet und nun in der Jubiläumsschau präsentiert. Als Freilichtmaler, der im Gegensatz zum Ateliermaler direkt vor dem Motiv in der freien Natur arbeitet, überzeugt Slevogt mit geradezu plastischem Spiel des Lichts, das die Stimmung der Szenerie bis unter die Haut wirken lässt. Slevogt hautnah.


"Max Slevogt. Impressionen und Phatasie" im Museum Pfalzgalerie vom 17.03. bis 13. Mai 2018, dienstags 11 bis 20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 bis 17 Uhr.

 

Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Die Gemeinde Leinsweiler feiert mit verschiedenen Veranstaltungen den 150. Geburtstag Max Slevogts.

"Max Slevogt. Eine Retrospektive zum 150. Geburtstag" vom 28.08.18 bis 24.02.19 im Landesmuseum Hannover.

"Slevogt und Frankreich" vom 01.09.18 - 13.01.19 im Saarlandmuseum Saarbrücken.

„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann und Cassirer“ vom 09.10.18 bis 10.02.19 im Landesmuseum Mainz.Im Mittelpunkt steht der künstlerische Austausch von Max Slevogt mit seinen Künstlerkollegen Corinth und Liebermann. Auch sein enges Verhältnis zu seinen Berliner Verlegern, den Vettern Cassirer, ist Thema der Ausstellung.

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