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Spargel - der König des Gemüses

Edel, gesund und mit feiner Bitternote

Nicht nur Gourmets mögen den leicht bitteren Geschmack des Spargels, der - wie die gut dazu passende Frühkartoffel - in der Pfalz aufgrund des milden Klimas besonders zeitig geerntet werden kann. Tagesfrisch vom Spargelhof schmeckt das Edelgemüse am besten.

Im Landkreis Bad Dürkheim liegen die meisten Spargelfelder der Pfalz, die von insgesamt 860 Hektar Anbaufläche jedes Jahr rund 5.000 Tonnen des Königs der Gemüse vermarktet - der Großteil davon wird in der Region verzehrt. Etwa 1.000 Tonnen gehen über den Pfalz-Markt, die genossenschaftliche Pfälzer Obst- und Gemüsevermarktung in Mutterstadt, tagesfrisch auf größere Reisen, auch ins Ausland.

Überhaupt scheint sich das Staudengewächs in der breiten Rheinebene recht wohl zu fühlen. Denn auch rechtsrheinisch wird seit Jahrhunderten Spargel erfolgreich angebaut, nicht zuletzt in Schwetzingen, das sich gar als Spargelmetropole rühmt. Das königliche Gemüse, Mitte des 17. Jahrhunderts erstmals im Schwetz-inger Schlossgarten angebaut, war damals allerdings kurfürstlichen Tafel vorbe-halten.

Das "weiße Gold": In Europa ursprünglich tatsächlich ein königliches Gemüse

In Frankreich hatte König Ludwig XIV. - wie bei so Vielem - den Impuls für den Spargelanbau gegeben. Er ließ in Versailles Spargel anpflanzen, um fortan die königliche Tafel mit dem Gemüse zu veredeln, das schon in der Antike als beson-derer Leckerbissen galt.

 

Wie die Regenten sich seinerzeit so gebärdeten: Der Pfälzer Kurfürst Karl Ludwig wollte dieser französischen Liebhaberei nicht nachstehen, und ließ ab 1668 das „weiße Gold“ in seinem Ge-müsegarten auf dem Areal des Jagd-schlosses in Schwetzingen anbauen. 


"Bis Johanni - nicht vergessen -

sieben Wochen Spargel essen."

 

alte Weisheit aus früheren Spargelzeiten, als die Ernte noch am 1. Mai begann



Kurfürst Carl Theodor, der das Schwetzinger Schloss in eine prachtvolle Som-merresidenz verwandelte, ließ den Spargel um die Mitte des 18. Jahrhundert bis zu seinem Wegzug nach München (1778) kultivieren. Ausgangs des 19. Jahrhun-derts verhalf die Schwetzinger Hofgärtnerei dem königlichen Gemüse mit ge-schmackreichen Züchtungen wie dem „Schwetzinger Meisterschuss“ und „Lucullus“ zu einer nicht nur regionalen Renaissance.

Spargel, den König der Gemüse, kauft man am besten regional beim Erzeuger und vrzehrt ihn frisch.
Spargel, den König der Gemüse, kauft man am besten regional beim Erzeuger und vrzehrt ihn frisch.

Anspruchsvolle Edelkultur

Spargel kostet, was er kostet. Er ist kein Billig-Gemüse, was mit den geho-benen Anforderungen zu tun hat, die er an seinen Anbau stellt. Der geschätzte  Frühlingsbote wächst nicht auf jedem Boden, sondern liebt sandigen Unter-grund, wie er ihn etwa in Weisenheim am Sand - daher der Name - oder in Erpolzheim vorfindet.

Anstrengende Handarbeit bei der Ernte

Die körperlich anstrengende Handar-beit des Spargelstechens, die in stets gebückter Haltung doch arg ins Kreuz geht. übernehmen heute auch in der Pfalz ausschließlich osteuropäische Erntehelfer - zum Mindestlohn nebst gesetzlich geregelten Sozialleistungen und unter Einhaltung von Arbeitszeit-vorschriften, die eben auch für land-wirtschaftliche Betriebe gelten. Mehrfach streifen die meist aus Polen oder Rumänien stammenden Helfer über einen Spargelacker auf der Suche nach den erntereifen Sprosspitzen, die das Erdreich unter der Folie durch-
drungen haben. Denn nicht alle Spros-


Die aktuelle Spargelsaison

In der Pfalz wurde der erste Freiland-spargel am 12. März in Dudenhofen ge-stochen. Die Hauptsaison wurde am 8. April mit dem "Pfälzer Spargelstich"  prominent eingeläutet.

2019 könnte - trotz der vom Sturmtief Eberhard Ende März verwehten Folien - ein starkes Spargeljahr mit Top-Qua-litäten werden. Denn der trockene Herbst und der kalte Winter waren ideal, und der sonnenreiche Februar beschleunigte das Wachstum der Sprossen.

Von anfänglich 18 € pro Kilogramm hat sich der Spargelpreis mittlerweile halbiert und erschwingliche Regioonen auch für die 1. Güteklasse erreicht. Bruchspargel, Spitzen, dünne und krumme Sortierungen liegen im Kilo-preis ein bis zwei Euro darunter. Nor-male Witterungsbedingungen voraus-gesetzt, sinken die Spargelpreise er-fahrungsgemäß nach dem Muttertag weiter.

Spargel kauft man am besten frisch ab Hof, wo die verschiedenen Sortierungen auch für Gourmets und spezielle Ge-nussanforderungen eine breite Auswahl bieten. Auch auf dem Wochenmarkt wird er frisch angeboten. Bescher's Markthalle im Dürkheimer Einkaufsge-biet "Bruch"ist ebenfalls eine gute Spargeladresse. Dort werden die wei-ßen Sprossen auf Wunsch von einer Maschine auch akkurat geschält.

Darüber hinaus bieten viele Pfälzer Re-staurants Spargel in unterschiedlichen Zubereitungen an - den passenden Weißwein gibt's gerne auch dazu.  



sen einer Spargelwurzel reifen zur gleichen Zeit heran. Dann erfolgt mit viel Fingerspitzengefühl der gekonnte Schnitt mit dem Stecheisen, der den freigeleg-ten Spross von der Wurzel trennt, ohne sie zu verletzen. Bis der Spargel ver-marktet werden kann, will er auch noch in eiskaltem Wasser gewaschen, verwogen und sortiert sein. 

Die Spargelernte ist auch im Foilienanbau nach wie vor Handarbeit.
Die Spargelernte ist auch im Foilienanbau nach wie vor Handarbeit.

Der Quietsch-Test

Wann ist Spargel frisch? Wenn er quietscht.

Werden frische Spargelstangen aneinander gerieben, entsteht ein typisches Qietschgeräusch, Bis zu zwei Tagen nach der Ernte kann man es gut hören.

Vertrocknete, aufgeplatzte oder gar verholzte Stangenenden sind andererseits ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Spargel schon länger liegt oder eine lan-ge Reise hinter sich gebracht hat.


Die Spargelkultur braucht viel Pflege

Wenn auch die Ernte vom Mitte März bis Jo-hanni, 24. Juni, gewisslich die personalinten-sivste Zeit ist, so hat dem Spargelbauer auch während der anderen acht Monate und trotz maschineller Unterstützung alle Hände voll zu tun, um seine Kulturen zu pflegen: Mul-chen des Spargelkrauts, Düngung und Bewäs-serung, das Anhäufeln der Spargeldämme, die Verlegung der Folien ... 

Einmal gepflanzt, kann das Spargelfeld bei guter Pflege bis zu acht Ernten bringen, ehe die Wurzel der Staude schlapp macht. Der Landwirt ist dann auf neue Anbauflächen an-gewiesen, denn eine erneute Spargelpflan-zung auf dem gleichen Acker ist nicht mög-


lich. Zudem braucht es mindestens zwei Jahre von der Anpflanzung bis zur ersten Ernte. Der Spargelbauer tritt also in Vorleistung und  trägt das Risiko - Wetter-kapriolen während der gesamten zehn Jahre eines Kulturzyklus' und erst recht in den Erntezeiten inklusive. 

Wie andere Kulturpflanzen brachten die Römer den Spargel nach Deutschland

Um diese besonderen Anforderungen wussten auch schon die Römer, die das Edel-gemüse erstmals kultivierten, ertrag- und genussreiche Sorten züchteten, dafür sogar Anbau-Empfehlungen formulierten und es wohl auch in Deutschland hei-misch machten. Bis dahin war der Spargel in seiner Wildform vor allem als viel-seitiges Heilmittel geschätzt - daher der lateinische Name Asparagus officinalis, der darauf hinweist, dass er zur Grundausstattung einer antiken Apotheke zählte.

Nicht nur gut für die Nieren: Die heilsamen Wirkungen des Spargels

Die physiologischen Wirksamkeit des Spargels ist auch in der modernen Medizin und Ernährungslehre anerkannt. Er gilt als Lebensmittel der Wahl, wenn man Magen-Darm-Beschwerden, Gallen- und Leberleiden, Diabetes und natürlich Problemen mit der Blase zu Leibe rücken will.

 

Der Spargel ist zunächst für seinen entwässernden Effekt be-kannt, wofür u. a. die L-Aspara-ginsäure verantwortlich ist. Diese Aminosäure fördert die Nierentä-tigkeit und kurbelt die Wasseraus-scheidung an. In der traditionellen Heilkunde wird der Spargel deshalb gern bei Blasenentzündungen in Form einer Durchspülungstherapie und als präventive Maßnahme ge-nutzt, um die Bildung von Nieren-griess zu verhindern.

Die Saponine, mitverantwortlich für den typischen Spargelge-schmack, unterstützen diese harntreibende Wirkung und wirken darüber hinaus stärkend, schleim-treibend und -lösend, entzün-dungshemmend und hormonsti-mulierend.

Spargel enthält auch reichlich Inulin, ein Stoff, der als Präbioti-kum gilt. Er dient  als Futter für die nützlichen Darmbakterien und beeinflusst somit die Darmflora positiv.

Spargel ist schließlich ein glutat-hionreiches Gemüse. Glutathion

zählt zu den stärksten Antioxi-


Die Erplozheimer Spargelwanderung ist von Bad Dürkheim gut zu Fuß, mit dem Rad oder mit der Bahn zu erreichen.
Die Erplozheimer Spargelwanderung ist von Bad Dürkheim gut zu Fuß, mit dem Rad oder mit der Bahn zu erreichen.

Die Epolzheimer Spargelwanderung

Ein Muss für die Freunde des königlichen Gemüses ist die Erpolzheimer Spargelwan-derung, die alljährlich am letzten Maiwo-chenende Gäste aus nah und fern auf einen knapp sieben Kilometer langen Rundweg durch Obstwiesen, Rebgärten und Spargel-felder einlädt. Die wahrhaft genussreiche Tour verbindet Kulinarik und Bewegung an der frischen Luft ideal und bietet just zur Haupternte ausgesuchte Spargel-Speziali-täten in Verbindung mit den passenden Weinen der Erpolzheimer Winzer.

In diesem Jahr findet die Spargelwanderung am 25. und 26. Mai statt.



danzien und hilft bei der Entgiftung von Schadstoffen und Reduzierung des oxidativen Stresspegels..

Violetter Spargel - in Deutschland verpönt, in Frankreich geliebt

Im violetten Spargel(kopf), der durch Sonneneinstrahlung auf den weißen Spar-gel entsteht, sind Anthocyane enthalten, die nachweislich vor Krebs schützen. Die violette Färbung gilt in Deutschland als Qualitätsmangel des Bleichspargels. Al-lerdings:Der Spargel schmeckt durch diese natürlichen Farbstoffe würziger und  ist deshalb insbesondere in Frankreich sehr beliebt.

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