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Tafeltrauben frisch vom Pfälzer Rebstock

Beere für Beere ein Hochgenuss

Keine Frage: Am liebsten mag der Pfälzer die Traube im Weinglas. Doch entlang der Weinstraße werden in diesen Tagen bis Ende September/Anfang Oktober auch wieder Tafeltrauben, angeboten. Frisch vom Pfälzer Rebstock geerntet, jede Beere ein aromareiches Genusspaket, das Importware allemal toppt.

Frühreif noch, aber schon zuckersüßes Futter für Insekten: die Nasch-Trauben in unserem Garten. Foto: Klaus Kochendörfer
Frühreif noch, aber schon zuckersüßes Futter für Insekten: die Nasch-Trauben in unserem Garten. Foto: Klaus Kochendörfer

Auch im Garten unseres Wellness-Ferienhofs gedeihen vier Rebstöcke mit Tafeltrauben unterschiedlicher Sorten. Im dritten Jahr versprechen sie nun eine ordentliche Ernte zum Naschen, auch wenn sie von ihrer ergiebigsten Lebensphase noch weit entfernt sind.

Viel Gießwasser benötigten sie dieses Jahr. Denn die Wurzeln sind noch nicht so tief ausgebildet, dass sich die Stöcke bei der anhaltenden Trockenheit aus dem Grundwasser hätten selbst versorgen können.

Die Dürre hat aber auch Vorteile: Den eh schon resistenten Sorten blieb In-sekten- oder Pilzbefall weitestgehend erspart.

Auch entlang der Weinstraße bieten Selbstvermarkter an Buden und Ständen wieder Tafeltrauben an. Sie schmecken weitaus aromatischer als Importware, die vor der Vollreife, also frühreif geerntet werden muss, um den Transport

unbeschadet zu überstehen. Darüber-hinaus müssen  auf dem langen Weg von Italien, Griechenland, der Türkei oder gar Ägypten oftmals Schwefel-pads in den Verkaufsverpackungen der Fäulnis vorbeugen.

Tafeltrauben - besonders genussreich

Erfahrung macht klug; Ausgerechnet jene Trauben, die uns einen schmack-haften Wein bescheren schmecken als Obst gar nicht so gut. Der Grund dafür liegt darin, dass für die Erzeugung von Weinen völlig andere Rebsorten ver-wendet werden als im Tafelobst-Anbau. So legt man bei Trauben zum Essen eher Wert auf größere Beeren und we-nig Säure. Traubensorten zur Vinifika-tion sind hingegen eher kleinbeerig, haben eine feste Schale und zahlreiche Kerne. Darüber hinaus verfügen Keltertrauben selbst bei hoher Reife noch über einen etwas höheren Säure-gehalt, da nur dann ein lebhafter und ausgewogener Tropfen daraus gekeltert werden kann.

Gewusst wie: Gerne auch mit Kern

Bei den Tafeltrauben sind kernlose Beeren en vogue. Tatsächlich ist es gelungen, Trauben ohne Kerne zu züchten.  Doch bei diesen Neuzüchtun-gen gehen neben den Kernen oft ande-re geschätzte Eigenschaften der Trau-be mit drauf, mit Vorliebe zum Bei-

Darf man Trauben naschen?

Sie stehen verführerisch am Weges-rand und laden zum Naschen ein. Aber darf man Trauben naschen?

Grundsätzlich nein. Denn die juristi-sche Bewertung ist eindeutig: Trauben vom Rebstock zu naschen, ist mindes-tens Mundraub. Größere, über den Direktvezehr hinaus gepflückte Men-gen bewertet das Gesetz sogar als Diebstahl.

Gleichwohl wird niemand gleich Anzeige erstatten, wenn ein Wanderer mal eine einzelne Beere vom Weißen oder Roten probiert. Die Winzer sehen das dennoch nicht gerne, denn laienhaftes Ausbre-chen einzelner Beeren kann gerade in den letzten Reifetagen unerwünschten Schädlingen Tür und Tor öffnen und in der Folge zu spürbaren Ertragsein-bußen führen. 

Ganz klar ist die Sache, wenn ein Trauben-Lüstling ganze Tüten oder Körbe mit geklauten Trauben füllt. Da kommen leicht mehrere Kilogramm zusammen, und das ist eindeutig Dieb-stahl. Da nützt auch die vermeintliche Ausrede nichts, die Winzer selbst würden Trauben ja zur Qualitäts- und Ertragssteuerung ausschneiden.

Das machen sie in der Tat, aber das ist dann ihr Bier, pardon: ihr Wein.


spiel gewisse typische Geschmacks und Aromakomponenten. Genussüberzeugte Kenner bevorzugen daher die älteren Sorten - bewusst mit Kernen. Man kann sie ja, wie über ältere Generationen vermittelt, ausspucken oder unzerkat runterschlucken und einfach nicht drauf beißen. Denn dann wird ein oft etwas bitterliches Aroma freigesetzt, das die Zunge stören und den vollendeten Tafeltrauben-Genuss beeinträchtigt könnte.

Tagesfrisch entlang der Weinstraße und in  Groß- und Supermarkt-Filialen

Neben den Winzern entlang der Deutschen Weinstraße, die sich mit der Selbstvermarktung von frischen, ausschließlich hand-gelesenen Trauben ein Zubrot verdienen, betreiben zwei junge Winzersprösslinge in Neustadt seit einigen Jahren erfolgreich professionell Tafeltrauben-Anbau. Abgesehen vom Direktverkauf ab Hof beliefern sie einige wenige Endverbraucher-Großmarkt-filialen in der Nähe erntefrisch.

Ihre Pfälzer Tafeltrauben stammen aus einem in Bestockung, Wuchsaufbau und Erziehungssystem modifizierten Anbau unter schützender Tunnelfolie mit Tropfbewässerung. Verwendet werden Sorten, die noch keinen Weinkeller gesehen haben und oft nach Vornamen benannt sind. Mädchennamen wie Angela. Theresa, Stefanie oder Katharina für weiße, männliche Vornamen wie etwa Georg, Philipp oder Luis für rote Trauben. Palatia soll ebenfalls gut schmecken.

Auch Bescher's Markthalle in Bad Dürkheim, der Pfälzer Obst- und Gemüsemarkt für den Endverbraucher, sowie einige Supermärkte, die sich dem regionalen Handel verschrieben haben, bieten in der Saison die süßen Beeren tagesfrisch an - gegenüber importierten Trauben eine Hochgenuss, aromareich, nachhaltig und zudem in der Saison mit drei bis vier Euro pro Kilogramm kaum teurer.

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