Eine letzte Träne für eine beliebte Kureinrichtung

Das Thermalbad lässt das Wasser ab

Das in die Jahre gekommene Thermalbad Bad Dürkheim, aus dem sich das Land Rheinland-Pfalz Ende 2015 zurückgezogen hatte, schließt Ende 2017 endgültig.

Bild aus belebten und belebenden Tagen: Das Thermalbad war eine beliebte Kureinrichtung. Foto: Stadt Bad Dürkheim
Bild aus belebten und belebenden Tagen: Das Thermalbad war eine beliebte Kureinrichtung. Foto: Stadt Bad Dürkheim

Manche Kurgäste, aber auch einige vornehmlich ältere Bürger weinen dem Thermal-bad eine Träne nach. Denn die Kureinrichtung galt als einer der Gesundbrunnen der Kur-stadt und hatte sich u. a. mit medizinischen und Wellness-Anwendungen auf hohem Niveau einen guten Namen gemacht.

Andere sind voller Vorfreude auf den Neubau des Kurbads, der in das Salinarium integriert werden soll. Nach der groben Zeitplanung wird der Baubeginn im März 2019 angepeilt, die Fertigstellung soll bis 2020 erfolgen. Bis dahin soll das Außenbecken des Salinariums aus der Thermalquelle gespeist werden. 

Rückzug auf Raten

Das Land Rheinland-Pfalz hatte sich Ende 2015 als Mehrheitseigner aus der jahrelang hoch-defizitären Staatsbad GmbH zurückgezogen - streicht aber weiterhin die Gewinne des Dürkheimer Spielcasinos ungeniert ein.

Die Kurstadt hatte das Thermalbad dann voll in Eigenregie übernommen und zunächst über Wasser gehalten. Aufgrund der anhaltend rückläufigen Besucherzahlen wäre aber im kommenden Jahr mit einem weiteren Zuschussbedarf aus der Stadtkasse von rund 390.000 Euro zu rechnen, die der Gemeinderat nicht mehr schultern wollte. 

Zuletzt waren im Jahr 2016 35.000 Besucher gezählt worden, 2009 waren es noch 56.000. 

Gerichtliches Nachspiel

Die Schließung des Thermalbads ist in der Kurstadt auf Unmut etlicher Bürger gestoßen. Einen Antrag zu einer Bürgerbefragung mit dem Ziel, die Kureinrichtung weiterzuführen, lehnte der Gemeinderat vordergründig aus formalen Gründen ab. Doch die Initiatorin des Bürgerbegehrens, 2015 unterlegene Bürgermeister-Kandidatin, will das so nicht stehen lassen und hat Klage vor dem Verwaltungsgericht Neustadt erhoben. Bis spätestens Ostern 2018 wird eine Entscheidung erwartet.

Die streitbare Dame ist als Betriebsrätin der ehemaligen Staatsbad GmbH schon einmal erfolgreich vor Gericht gezogen. Sie trotzte dem Land Rheinland-Pfalz Zugeständnisse für das verbliebene Personal, aber auch eine ordentliche Finanzspritze zur Weiterführung des Thermalbads bis zum Neubau ab, die sie jetzt zweckentfremdet sieht.

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