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Vor unserer Haustür: Pfälzer Regionalgeschichte am Puls der Spätantike

Rom, Trier, Wachenheim und Bad Dürkheim

Die Ausstellung des Historischen Museums der Pfalz in Speyer „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ rückt einen Zeitabschnitt in den Fokus, der in der Region auch rund um Bad Dürkheim viele Spuren hinterlassen hat. Aktuelle Forschungs- und Grabungsergebnisse belegen den nachhaltigen Einfluss Roms.

römisches Weingut Bad Dürkheim Weilberg Ungstein Ausgrabung
Die Ausgrabungen des Römischen Weinguts am Weilberg bei Ungstein. Foto: Stadt Bad Dürkheim

Im Jahr 364 n. Chr. beginnt für die Pfalz und den Nordwesten des Imperiums Ro-manum eine beson-dere Ära: Zum Kaiser des Römischen Rei-ches erhoben, wählt Flavius Valentinianus (321 - 375) die Mo-selstadt Trier - das damalige Augusta Treverorum - zu seiner bevorzugten Residenz.

Ein starker römischer Kaiser und seine Verbindungen zur Pfalz

römischer Kaiser Münze Valentinian
Kaiser Valentinian I. auf einer Münze: Foto: wikipedia

Valentinian I. gilt als einer der "starken" Kaiser seiner Zeit, der u. a. die Aufteilung der Herrschaft im - zwischen Britannien sowie der Süd- und Ostküste des Mittelmeers - riesigen römischen Reich auf zwei Regenten mit jeweils eigenem Hof und Verwaltungs-apparat vorbereitete.

Zum Schutz gegen die einfallenden Alamannen ließ er umfangreiche Befestigungsanlagen entlang der Rheingrenze errichten. Einige der Festungsbaumaß-nahmen soll er sogar persönlich überwacht haben. Die Versorgung der römischen Legionäre mit Nahrungs-mitteln - auch Wein - wurde durch große Gehöfte und Siedlungen im Hinterland gewährleistet. Valentinian ist damit der einzige römische Kaiser, der direkt mit der Regionalgeschichte der Pfalz verbunden ist.

Um so verdienstvoller, dass das Historische Museum, bekannt für seine fundierten und spektakulär inszenierten Ausstellungen, diese Episode der Pfälzer Geschichte in Erinnerung ruft. Eine Kooperation mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Speyer und dem Heidelberg Center for Cultural Heritage der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (HCCH) ermöglicht überdies die Einbindung neuester Forschungsresultate und aktueller Grabungsergebnisse, die zum Teil erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert und in der begleitenden Publikation vorgestellt werden. 

Vor unserer Haustür: Wahre Prunkvillen bezeugen eine wirtschaffliche Blütezeit

Beeindruckendes römisches Gehöft: Ausgrabung und Rekonstruktion der Villa Rustica bei Wachenheim.

Die Pfalz erfuhr für kurze Zeit eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, die nach dem Zusammenbruch der römischen Verwaltung im 5. Jahrhundert n. Chr. jedoch allmählich ein Ende fand.

Während die Spätantike im Allgemeinen – oft zu Unrecht – als Zeit des Niedergangs und des Verfalls gilt, zeichnen die archäologischen Zeugnisse in der Pfalz ein anderes Bild dieser wechselvollen Ära. Aktuelle Forschungsergebnisse bezeugen für diese Zeit eine dicht besiedelte Landschaft mit zahlreichen größeren und kleineren Städten, befestigten Siedlungen und landwirtschaftlichen Betrieben, die wahren Prunkvillen ähnelten. So etwa die Villa Rustica zwischen Wachenheim und Friedelsheim oder das Römische Weingut am Weilberg bei Bad Dürkheim-Ungstein mit seinem einst 150 Meter langen Herrenhaus, über 30.000 Quadratmetern Wohnfläche auf mehreren Etagen und komfortablen Heizungssystemen sowie Badeanlagen. Beide römischen Kulturgüter liegen quasi vor unserer Haustür sind bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad von unserem Ferienhof zu erreichen. 


Die Ausstellung ist vom 16.09.18 bis 11.08.19 während der üblichen Öffnungszeiten des Historischen Museums der Pfalz dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog. Das Begleitprogramm bietet Führungen und Vorträge an.

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